Freiheits- und Einheitsdenkmal
1. Preis "70.000", Nr. 120 (Quelle: Stadt Leipzig)
2. Preis "Eine Stiftung an die Zukunft", Nr. 117 (Quelle: Stadt Leipzig)
3. Preis "Herbstgarten", Nr. 116 (Quelle: Stadt Leipzig)

Die Erinnerung an die Friedliche Revolution von 1989 steht an einem sensiblen Punkt des Übergangs: Die heute 20- bis 25-Jährigen sind die erste Generation, für die 1989 nicht mehr Teil der eigenen Biografie ist. Bisher lebt die Geschichte von 1989 vor allem durch das Erinnern und Erzählen aus unmittelbarer Erfahrung. Doch dieses „kommunikative Gedächtnis“ trägt maximal drei Generationen weit und ist auf Orte und Rituale, historische Forschung und gesellschaftliche Debatten sowie schließlich auf deren dauerhafte Verortung im öffentlichen Raum mit künstlerischen Mitteln angewiesen. Auch deshalb ist die Einweihung eines Denkmals 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution an ihrem Ausgangspunkt Leipzig ein wichtiges Zeichen am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt. Es soll mit künstlerischen Mitteln zur Erinnerung, zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung auffordern. Mit dem Beschluss vom 4. Dezember 2008 hat der Deutsche Bundestag den Weg für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal auch in Leipzig frei gemacht. Der Leipziger Stadtrat beauftragte daraufhin mit Beschluss vom 17. Juni 2009 den Oberbürgermeister, das Verfahren für ein Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal in Gang zu setzen. Der Bund stellt für das Denkmal in Leipzig bis zu 5 Millionen Euro bereit, der Freistaat Sachsen beteiligt sich nach Beschluss des Landtages vom 17. Juni 2010 mit weiteren 1,5 Millionen Euro. Mit dem Freiheits- und Einheitsdenkmal wird Leipzig als Stadt der Friedlichen Revolution gewürdigt werden. Der friedliche Ausgang der Massendemonstration von mehr als 70 000 Bürgerinnen und Bürgern am 9. Oktober 1989 hatte für die weitere Entwicklung eine Schlüsselbedeutung. Das Leipziger Denkmal wird für die Vielfalt mutigen Aufbegehrens in der ganzen DDR stehen. Aus den Aktionen Einzelner und kleiner Initiativen wuchs der Protest im Herbst 1989 zu einer Massenbewegung. Als nationales Denkmal soll es durch Standort, Gestalt und Aussagekraft über Leipzig hinausweisen. Außerdem soll es Bezug auf die Freiheitsbewegungen in Mittel- und Osteuropa nehmen, die eine wichtige Voraussetzung für die Friedliche Revolution in der DDR waren.  

Bürgerbeteiligung

Über die Bedeutung des Denkmals wurden und werden intensive und teils kontroverse Diskussionen geführt. Die Erfahrungen des Wettbewerbsverfahrens in Berlin haben gezeigt, dass eine präzise, klare inhaltliche und künstlerische Aufgabenstellung für den Erfolg des Wettbewerbs unverzichtbar ist. In Leipzig wurde deshalb unter Einbeziehung der Bürgerschaft eine sogenannte „Werkstattphase“ dem eigentlichen Wettbewerbsverfahren vorgeschaltet. Ziel war es, die Kernaussagen für die Wettbewerbsauslobung zu erarbeiten und dem Stadtrat eine Grundlage für die notwendige Entscheidung über einen Standort zu liefern.

Werkstattphase

Eingeleitet wurde die Werkstattphase im Januar 2011 mit einer Bürgerumfrage, zu der 3 000 repräsentativ ausgewählte Leipzigerinnen und Leipziger angeschrieben und um Hinweise und Anregungen zum Denkmal gebeten wurden. Mehr als die Hälfte aller Einsender gab dabei an, dass das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal große Bedeutung für die Stadt Leipzig haben werde. Im Februar 2011 erarbeiteten Jugendliche aus Leipzig und den Partnerstädten Hannover, Krakau und Houston in einer internationalen Jugendwerkstatt zentrale Botschaften für das Leipziger Denkmal. Dazu gehören die Gewaltfreiheit, der Mut und die Entschlossenheit, mit der die Demonstranten im Herbst ´89 für ihre Grund- und Bürgerrechte eintraten und die auch zukünftigen Generationen im Prozess politischer Veränderungen Motivation sein sollen. Die Ergebnisse der Jugendlichen fanden Eingang in die nachfolgende zweitägige Expertenwerkstatt mit Leipziger Bürgern, Bürgerrechtlern aus Plauen, Erfurt und Leipzig sowie Historikern, Kunstwissenschaftlern und Städtebauexperten. Anfang März 2011 wurden die in der Werkstattphase getroffenen Kernaussagen zur Botschaft des Denkmals, zur künstlerischen Aufgabenstellung und zum Standort in einem Bürgerforum der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert.

Standort Wilhelm-Leuschner-Platz

Im Ergebnis der Bürgerbeteiligung sowie der Jugendwerkstatt und der Expertenwerkstatt fasste der Leipziger Stadtrat am 18. Mai 2011 den Beschluss: Das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal, welches unter anderem an die Zivilcourage und den friedlichen Protest von mutigen Bürgerinnen und Bürgern in der gesamten DDR erinnern soll, wird auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz errichtet. Durch seine unmittelbare Lage am Promenadenring und in Nachbarschaft zum Neuen Rathaus steht dieser Standort in direkter räumlicher Korrespondenz mit authentischen Orten der Montagsdemonstrationen. Zugleich bietet er die besondere Chance, einen neuen öffentlichen Raum zu schaffen, der für die nationale Dimension des Denkmals optimale Voraussetzungen bietet. Ziel ist es, das Denkmal zum 25-jährigen Jubiläum der Friedlichen Revolution am 9. Oktober 2014 einzuweihen.

Künstlerischer Wettbewerb

Die Erinnerung an die Friedliche Revolution von 1989 steht an einem sensiblen Punkt des Übergangs: Die heute 20- bis 25-Jährigen sind die erste Generation, für die 1989 nicht mehr Teil der eigenen Biografie ist. Bisher lebt die Geschichte von 1989 vor allem durch das Erinnern und Erzählen aus unmittelbarer Erfahrung. Doch dieses „kommunikative Gedächtnis“ trägt maximal drei Generationen weit und ist auf Orte und Rituale, historische Forschung und gesellschaftliche Debatten sowie schließlich auf deren dauerhafte Verortung im öffentlichen Raum mit künstlerischen Mitteln angewiesen. Auch deshalb ist die Einweihung eines Denkmals 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution an ihrem Ausgangspunkt Leipzig ein wichtiges Zeichen am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt. Es soll mit künstlerischen Mitteln zur Erinnerung, zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung auffordern.

Mit dem Beschluss vom 4. Dezember 2008 hat der Deutsche Bundestag den Weg für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal auch in Leipzig frei gemacht. Der Leipziger Stadtrat beauftragte daraufhin mit Beschluss vom 17. Juni 2009 den Oberbürgermeister, das Verfahren für ein Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal in Gang zu setzen. Der Bund stellt für das Denkmal in Leipzig bis zu 5 Millionen Euro bereit, der Freistaat Sachsen beteiligt sich nach Beschluss des Landtages vom 17. Juni 2010 mit weiteren 1,5 Millionen Euro. Mit dem Freiheits- und Einheitsdenkmal wird Leipzig als Stadt der Friedlichen Revolution gewürdigt werden.

Der friedliche Ausgang der Massendemonstration von mehr als 70.000 Bürgerinnen und Bürgern am 9. Oktober 1989 hatte für die weitere Entwicklung eine Schlüsselbedeutung. Das Denkmal wird für die Vielfalt mutigen Aufbegehrens in der ganzen DDR stehen. Aus den Aktionen Einzelner und kleiner Initiativen wuchs der Protest im Herbst 1989 zu einer Massenbewegung. Als nationales Denkmal soll es durch Standort, Gestalt und Aussagekraft über Leipzig hinausweisen. Außerdem soll es Bezug auf die Freiheitsbewegungen in Mittel- und Osteuropa nehmen, die eine wichtige Voraussetzung für die Friedliche Revolution in der DDR waren.