Programm Herbstkino 2018

(auch als PDF-Datei)

„Zug in die Freiheit“

Mittwoch, 3. Oktober 2018, um 19.00 Uhr:

Das Doku-Drama erzählt vom Beginn einer der bedeutendsten Ereignisse der Nachkriegsgeschichte im Herbst 1989: Botschaftsflüchtlinge sitzen im Zug in die Bundesrepublik. Sie dürfen aus Prag ausreisen. Doch plötzlich sollen die Züge einen Umweg fahren – durch die DDR. Stasi-Mitarbeiter steigen zu und sammeln die Pässe ein. Eine Zeit des Bangens und Hoffens beginnt.
Es sind Ereignisse, die den Weg zur Deutschen Einheit maßgeblich mitgeprägt haben. Im Fokus des Films wird die Perspektive der Menschen stehen, die in den Zügen saßen und hoffen mussten, dass ihre Ausreise nicht doch noch vorzeitig gestoppt wird. Der Film zeigt Archivmaterial, Interviews mit Zeitzeugen und Reenactments.

Film: D 2014, 90 min, MDR / ARTE.
Veranstalter: Arbeitskreis „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“

„Es ist nicht vorbei“

Donnerstag, 4. Oktober 2018, um 19.00 Uhr:

Es ist nicht vorbei - Die schlimmste Zeit ihres Lebens hat Carola Weber tief in sich vergraben: Ihre Haftzeit nach der gescheiterten Flucht aus der DDR. Bis sie glaubt, einem ihrer Peiniger aus dem Frauengefängnis Hoheneck gegenüberzustehen. Von nun an setzt sie alles daran, dem Arzt seine Verstrickung nachzuweisen.
Die Frauen von Hoheneck - Ein DDRGefängnis und seine Schatten in die Gegenwart. Der Film will den historischen Hintergrund deutlich machen und ein Licht auf diesen bisher wenig bekannten, beklemmenden Teil der DDR-Realität werfen, der die Menschen bis heute nicht loslässt.

Film: D 2011, 90min, SWR, Franziska Meletzky.
Veranstalter: Archiv Bürgerbewegung Leipzig

„Raus aus der Haut“

Freitag, 5. Oktober 2018, um 19.00 Uhr:

Erweiterte Oberschule 1977: Deutschdeutsche Zeitgeschichte und die Jugend in der DDR. Verwoben mit einer Liebesgeschichte: Markus ist heimlich verliebt in Anna aus der 12. Klasse, die in der Schule mit einem Bild der westdeutschen RAF erwischt wird und deren Schuldirektor daraufhin droht, ihre Bewerbung für das anstehende Medizinstudium zu verhindern.
Der Filmklassiker „Raus aus der Haut“ zur Schule in der DDR gibt nicht nur Eindrücke in die Funktionsweise der Schule in der DDR, sondern thematisiert auch die deutsch-deutsche Zeitgeschichte der späten 1970er Jahre, eingebettet in eine ebenso spannende und überraschende Rahmenhandlung, in der Charaktere auftreten, die man so schnell nicht vergisst.

Film: D 1997, 91min, Andreas Dresen.
Veranstalter: Schulmuseum - Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig

„Die Familie“

Samstag, 6. Oktober 2018, um 19.00 Uhr:

„Zwei Jahre auf Bewährung. Für einen Todesschützen. Das ist doch was!?“ - Mit diesen Worten werden wir von Irmgard B., einer der Protagonistinnen und Mutter des 1986 erschossen Sohnes, aus dem heutigen Berlin in den Film eingeführt. Eine Mutter weiß zum Beispiel immer noch nicht, wo die Leiche ihres Sohnes ist, eine Ehefrau versteht nicht, wie und warum ihr Mann damals an der Grenze ertrunken ist, der Sohn eines Maueropfers sieht erstmals in einer Stasi-Akte Fotos von der Leiche seines erschossenen Vaters.
Der Film ist erschütternd, weil hier auf verschiedenen Ebenen Zeugnis abgelegt wird. Aussagen der Betroffenen werden oft in Kontrast zu den entsprechenden Formulierungen in den Stasiakten gesetzt.

Film: D 2013, 92min, the core films, Stefan Weinert.
Veranstalter: Stasi-Unterlagen-Behörde, Außenstelle Leipzig

„Erich Mielke - Meister der Angst“

Sonntag, 7. Oktober 2018, um 19.00 Uhr:

Arbeitersohn, Emigrant, verurteilter Polizistenmörder und Stasi-Minister – Erich Mielke war einer der mächtigsten Männer der SED-Diktatur. Schon in der sowjetischen Besatzungszone trug er Verantwortung für den Aufbau der neuen kommunistischen Geheimpolizei und führte von 1957 bis 1989 das Ministerium für Staatssicherheit der DDR, das sich selbst als „Schild und Schwert der Partei“ sah.
Als oberster Stasi-Chef organisierte und formte Erich Mielke den Unterdrückungsapparat, dessen subtiler Terror Zehntausende ins Gefängnis brachte und unzählige Menschenleben aus der Bahn warf. Der manische Alleinherrscher und Ordnungsfanatiker Mielke hielt sich selbst für einen „Humanisten“, der alle liebte, „alle, die für den Sozialismus und für den Frieden sind“.

Film: D 2015, 95min, LOOKSFILM / MDR / ARTE.
Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

„Winter adé“

Montag, 8. Oktober 2018, um 19.00 Uhr:

Winter adé, entstanden 1988, ist „eine sensible Dokumentation, die auch politische Tabus bricht“: Die Regisseurin Helke Misselwitz reist ein Jahr vor dem Mauerfall mit dem Zug quer durch die DDR – von ihrer Geburtsstadt Zwickau bis ans Meer. In verabredeten und zufälligen Begegnungen spricht sie mit Frauen verschiedener Generationen und unterschiedlicher sozialer Herkunft über deren Leben und Arbeit, über Sorgen und Hoffnungen. Ein Film über Frauenleben in der DDR – und über eine Zeit, die geprägt war von der Sehnsucht nach Veränderung.

Film: D 1988, 116min, FSK 12, Helke Misselwitz, DEFA-Studio.
Veranstalter: Stiftung Friedliche Revolution