Konferenzen und Preisverleihungen

Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien

8. Oktober 2015 l Mediencampus Villa Ida

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und ungehinderte Informationsbeschaffung durch eine freie unabhängige Presse waren zentrale Forderungen der Leipziger Montagsdemonstrationen. Dieses mutige Eintreten für Presse- und Medienfreiheit im Herbst ´89 würdigt seit 2001 ein Preis, der diese Forderung als immerwährenden Auftrag begreift. Initiiert und gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig gilt der „Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien“ nicht dem journalistischen Bravourstück oder einem einzelnen exzellenten Beitrag. Geehrt werden vielmehr Journalisten, Verleger, Publizisten und Institutionen, die sich mit Risikobereitschaft, hohem persönlichem Engagement, mit Beharrlichkeit, Mut und demokratischer Überzeugung für die Sicherung und Entwicklung der Pressefreiheit einsetzen, denn diese ist nicht nur in autoritären Staaten bedroht.

Zum Machtinstrumentarium der Herrschenden gehören in vielen Ländern unlautere Mediengesetze, Druck auf Journalisten und Verleger, Bevormundung von Funk und Fernsehen und staatliche Zensur. Daneben gefährden ökonomische Konzentrationsprozesse und Selbst-Zensur die Meinungsvielfalt und stehen einer unabhängigen Berichterstattung entgegen. „Im Geschichtsbuch der Freiheit hat auch Leipzig ein Kapitel geschrieben. Und das ist es, was mich auf diesen Preis besonders stolz macht“, sagte 2004 Preisträger James Nachtwey, ein Kriegsfotograf. Zu den weiteren Preisträgern zählen u. a. Seymour Hersh, Renate Flottau, Kurt Westergaard, Roberto Saviano, Glenn Greenwald oder die ermordete russische Journalistin Anna Politkowskaja.

Mit ihrem Engagement zur Schaffung eines „Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit“ in Leipzig hat die Medienstiftung mit ihren Partnern und Unterstützern in diesem Jahr dem von Nachtwey beschriebenen Freiheitskapitel einige wichtige Zeilen hinzugefügt. Das Zentrum, das in diesem Jahr seine Arbeit in Leipzig aufgenommen hat, soll Verletzungen der Pressefreiheit und die Verfolgung von Journalisten auf dem gesamten Kontinent erfassen, Öffentlichkeit wie Politik informieren sowie einen Teil der stark fragmentierten europäischen Initiativen einen, die sich der Pressefreiheit widmen.

Die Teilnahme an der Preisverleihung ist nur mit Einladung möglich.

Filmpreis Leipziger Ring

29. Oktober 2015 l 19.00 Uhr l Nikolaikirche

Die Stiftung Friedliche Revolution verleiht in Kooperation mit DOK Leipzig zum sechsten Mal ihren mit 5.000 Euro dotierten Filmpreis „Leipziger Ring“. Im Rahmen der festlichen Preisverleihung wird wieder ein künstlerischer Dokumentarfilm ausgezeichnet, der sich auf ungewöhnliche Weise mit dem Thema Zivilcourage und Demokratie auseinandersetzt. Geehrt wird ein Film, der das bürgerschaftliche Engagement von Menschen und ihr gewaltloses Ringen um Demokratie, Menschenrechte und die Partizipation an gesellschaftlichen Prozessen beispielhaft dokumentiert und Menschen motiviert, selbst gesellschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen und Veränderungsprozesse anzustoßen. Nach Bekanntgabe des diesjährigen Preisträgers wird der prämierte Film in der Nikolaikirche vorgeführt.

4. Internationale Demokratiekonferenz Leipzig: Wir sind Demokratie! Jugend und Politik im Dialog

25. und 26. September 2015 | Haus Leipzig

Mit der IV. Internationalen Demokratiekonferenz unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert führt die Stadt Leipzig die zum 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution begonnene Reihe zweijähriger Konferenzen fort. Wie bereits im Jahr 2013 werden wieder vor allem junge Menschen ab 14 Jahre aus der Region aus Deutschland und Europa zum Austausch über ihre Erfahrungen, ihr gesellschaftliches Engagement und die Möglichkeiten demokratischen Handelns eingeladen. Eine große Zahl von PolitikerInnen aller drei parlamentarischen Ebenen wird mit ihnen diskutieren, in welcher Form und in welchem Alter die politische Partizipation von jungen Menschen am besten angeregt und unterstützt werden kann. Die Stadt Leipzig rechnet mit insgesamt mehr als 400 TeilnehmerInnen. Die thematischen Schwerpunkte der IV. Konferenz orientieren sich an der Alltagswelt Jugendlicher – sie umfassen z.B.: Chancengleichheit und Gerechtigkeit; kulturelle und religiöse Vielfalt; Toleranz und Verantwortung; die Ursachen extremer Einstellungen; Demokratisierung der Bildung: Zusammenhang von eigenem Handeln, ökologischen Folgen und Umweltpolitik; Möglichkeiten der Partizipation über Internet und soziale Netzwerke. Neben den Hauptzielgruppen – Jugend und Politik – werden Repräsentanten aus politischen und gesellschaftlichen Bereichen in die Konferenz einbezogen, die wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung der Teilhabe junger Menschen in ihrem Sozialraum haben oder wichtige Multiplikatoren für dieses Ziel sind.