Lichtfest 2009

Weit über 100.000 Menschen auf dem Leipziger Innenstadtring

Lichtfest 2009 | Foto: LTM GmbH (Franke)

Leipziger Bürger und Gäste aus aller Welt gedenken beim Lichtfest dem Jubiläum 20 Jahre Friedliche Revolution

Mehr als 100.000 Leipziger und Gäste aus aller Welt haben beim Lichtfest der Friedlichen Revolution gedacht. Genau 20 Jahre nach dem 9. Oktober 1989  zogen Bürger und Besucher zwischen Augustusplatz und dem Museum in der „Runden Ecke“ wieder über den Leipziger Innenstadtring. Auf dem historischen Demonstrationsweg begeisterten mehr als 20 künstlerische Installationen und
regten emotional und bewegend zum Erinnern an.

Das Lichtfest stand unter dem Titel „Aufbruch Leipzig – 20 Jahre Friedliche Revolution und Einheit Europas“. Offiziell eröffnet wurde das Lichtfest am Startpunkt Augustusplatz durch Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, Maestro Prof. Kurt Masur, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung und die Bürgerrechtler Katrin Hattenhauer und Jochen Läßig. Aus mehr als  20.000 Kerzen formten die Besucher den symbolischen Schriftzug „Leipzig 89“.

„Das Lichtfest und der gesamte Tag haben mich tief bewegt. Auch die Atmosphäre, mit insgesamt weit über 100.000 friedfertigen Menschen über den Leipziger Innenstadtring zu gehen, war sehr ergreifend. Das Lichtfest hat viele Erinnerungen wieder belebt, viele Gefühle wieder geweckt. Doch die Künstler sind dabei nicht stehen geblieben, sondern haben berührende Symbole für  Freiheit, Demokratie und Überwindung von Grenzen geschaffen, die gerade auch die jüngere Generation ansprechen, die den Herbst ’89 nicht bewusst erlebt haben. Der 9. Oktober ist ein wunderbarer Tag, denn aus der Erinnerung können wir die Kraft und den Mut schöpfen, dass nichts so bleiben muss, wie es ist und gesellschaftliche Veränderung möglich ist. „Erzählen Sie diese Geschichte Ihren Kindern, damit dieser Leipziger Geist über Generationen hinaus erhalten bleibt“, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung am späten Abend.

„Mir fällt es sehr schwer, jetzt zu sprechen – viel lieber würde ich Musik machen. Lassen Sie mich sagen: Wenn alle, die heute hier sind, die Demokratie besser nutzen würden als bisher, dann wären wir noch glücklicher. Wir müssen uns besinnen, welche Kraft von Leipzig im Jahr 1989 ausging. Für mich war es mit die bewegendste Zeit in meinem Leben. Ich werde für Leipzig tun, was ich kann und ich bitte Sie, tun Sie es auch. Diese Stadt hat es verdient“, sagte Prof. Kurt Masur, ehemaliger Kapellmeister des Gewandhauses zu Leipzig, bei der  Eröffnung des Lichtfestes.

Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher wandte sich an die beeindruckende Menschenmenge auf dem Augustusplatz: „Danke für das, was Sie vor 20 Jahren friedlich erreicht haben – mit ‚Wir sind das Volk‘ und ‚Keine Gewalt‘. Ich wünsche mir, dass diese Botschaft der Freiheit aus
Leipzig überall gehört wird. Der 9. Oktober ist einer der wunderbarsten Daten in unserer Freiheitsgeschichte.“

Teilnehmer, Ehrengäste und Medienvertreter aus aller Welt erlebten beim Leipziger Lichtfest eine sorgfältige künstlerische Auseinandersetzung mit dem 9. Oktober, die dramaturgisch den Demonstrationen aus dem Jahr 1989 folgte. Die Etappen des Aktionsweges waren den thematischen Schwerpunkten Unsicherheit, Durchbruch, Passage in die Freiheit und Aufbruch gewidmet. In Vorbereitung auf die Gedenkveranstaltung befassten sich Kunstschaffende aus ganz Deutschland (Gesamtorganisation: Leipzig Tourismus und Marketing GmbH, künstlerische Leitung: Jürgen Meier) mit den Themen Freiheit, Demokratie, Gewaltlosigkeit und bürgerliches Engagement.

Das Lichtfest Leipzig wurde vom Stadt- und Standortmarketing der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM), der Stadt Leipzig und der Initiative Herbst ’89 organisiert. Es war der offizielle Abschluss zahlreicher  Jubiläumsfeierlichkeiten – unter anderem einem Festakt im Gewandhaus mit Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, dem Friedensgebet und einem Festkonzert in der Nikolaikirche – und erinnert an den entscheidenden Tag der Friedlichen Revolution: Nach Friedensgebeten in vier Leipziger Kirchen versammelten sich am 9. Oktober 1989 rund 70.000 Menschen trotz drohendem Schießbefehl mit Kerzen in Leipzig, um für mehr Freiheit in der DDR zu demonstrieren. Mehrere Tausend Polizisten und Soldaten standen in der Stadt bereit. Doch die
Demonstration verlief friedlich. So wurden die Ereignisse als Friedliche Revolution zum markanten Ereignis auf dem Weg zum Mauerfall und zur Deutschen Einheit.

„Als konsequente Weiterführung der ‚Nacht der Kerzen‘ war das Leipziger Lichtfest ein wunderbares Erlebnis der Emotionen und des Erinnerns. Unser Dank gilt allen Partnern und Förderern, die das Lichtfest in dieser großen Dimension ermöglicht haben, und natürlich den weit über 100.000 Menschen aus Leipzig und der ganzen Welt, die heute gemeinsam einem der größten Momente der deutschen Geschichte, dem 9. Oktober 1989, gedacht haben. Die Bilder gingen vor 20 Jahren um die Welt und auch die heutigen Bilder aus Leipzig erreichen die Köpfe und Herzen der Menschen rund um den Globus“, sagte Marit Schulz, Marketingmanagerin des Stadt- und Standortmarketings der LTM.

Weitere Informationen

Hier können Sie ein Video vom Lichtfest 2009 mit eindrucksvollen Bildern und verschiedenene Stimmen von Teilnehmern und Künstlern sehen.