Konferenzen und Preisverleihungen 2017

5. Oktober | Konferenz: „Defending journalists under threat – solidarity, support and safehouses“

Bedrohungen für Journalisten und Einschränkungen der Pressefreiheit nehmen überall in Europa zu: Verunglimpfungen in der Türkei, wo Journalisten als Terrorhelfer verfolgt werden, regelmäßige Angriffe auf Medienschaffende in Ungarn, Polen und der Ukraine, entzogene Akkreditierungen während des G20-Gipfels in Deutschland, verbale Einschüchterung durch Hassrede. Die Konferenz stellt praktische Ansätze in den Mittelpunkt und zeigt auf, wie diese den vielfältigen Risiken, denen Journalisten heute ausgesetzt sind, entgegenwirken können. Unter anderem auf der Agenda: Rechtsbeistand für Whistleblower und deren Medienkontakte, sogenannte ‚safehouses‘ für gefährdete Journalisten und eine Diskussion zu den politischen Schritten, die jetzt notwendig sind, um die Situation zum Besseren zu verändern.

Konferenzsprache: Englisch

Mediencampus Villa Ida

Veranstalter: European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF)

Weitere Informationen und Anmeldung: https://ecpmf.eu

Eintritt frei

6. Oktober | Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die ungehinderte Informationsbeschaffung durch eine freie unabhängige Presse waren zentrale Forderungen der Leipziger Montagsdemonstrationen. Dieses mutige Eintreten für Presse- und Medienfreiheit im Herbst ’89 würdigt seit 2001 ein Preis, der diese Forderung als immerwährenden Auftrag begreift. Initiiert und gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, gilt der „Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien“ nicht dem journalistischen Bravourstück oder einem einzelnen exzellenten Beitrag. Geehrt werden vielmehr Journalisten, Verleger, Publizisten und Institutionen, die sich mit Risikobereitschaft, hohem persönlichen Engagement, mit Beharrlichkeit, Mut und demokratischer Überzeugung für die Sicherung und Entwicklung der Pressefreiheit einsetzen, denn diese ist nicht nur in autoritären Staaten bedroht. Zum Machtinstrumentarium der Herrschenden gehören in vielen Ländern unlautere Mediengesetze, Druck auf Journalisten und Verleger, Bevormundung von Funk und Fernsehen und staatliche Zensur. Daneben gefährden ökonomische Konzentrationsprozesse und Selbstzensur die Meinungsvielfalt und stehen einer unabhängigen Berichterstattung entgegen. „Im Geschichtsbuch der Freiheit hat auch Leipzig ein Kapitel geschrieben. Und das ist es, was mich auf diesen Preis besonders stolz macht“, sagte 2004 Preisträger James Nachtwey, ein Kriegsfotograf. Zu den weiteren Preisträgern zählen u. a. Seymour Hersh, Renate Flottau, Kurt Westergaard, Roberto Saviano, Glenn Greenwald, Can Dündar und Erdem Gül und die ermordete russische Journalistin Anna Politkowskaja. In diesem Jahr erhalten die beiden türkischen Journalisten Asli Erdogan und Deniz Yücel den Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien. Die Teilnahme an der Preisverleihung ist nur mit Einladung möglich.

Mediencampus Villa Ida

Weitere Informationen: www.leipziger-medienstiftung.de

4. November | Filmpreis „Leipziger Ring“

Die Stiftung Friedliche Revolution verleiht in Zusammenarbeit mit DOK Leipzig zum siebenten Mal den Filmpreis „Leipziger Ring“. Mit dem Preis wird ein Dokumentarfilm ausgezeichnet, der das bürgerschaftliche Engagement von Menschen in aller Welt und ihr gewaltloses Ringen um Demokratie, Menschenrechte und die Partizipation an gesellschaftlichen Prozessen beispielhaft dokumentiert. Der Preis kann ebenso Filmemacher/-innen würdigen, die ihren Film mutig und unter großem persönlichen Einsatz gegen alle Widerstände und alle Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit realisiert haben. Der Preis ist 2017 mit 2.500 Euro dotiert und wird im Rahmen der Preisverleihung des DOK-Festivals gemeinsam mit den anderen Auszeichnungen überreicht. Ein Novum ist in diesem Jahr zudem die Ermittlung des Gewinnerfilms, die nicht von einer Jury, sondern vom Festivalpublikum vorgenommen wird.

Weitere Informationen: www.stiftung-fr.de