Konferenzen und Preisverleihungen 2018

6. bis 9. Oktober
Internationaler Runder Tisch – Netzwerk für Freiheitsund Demokratiebewegungen

Mit der Frage „Wie sieht es aus im politischen Europa?“ will sich ein „Internationaler Runder Tisch – Netzwerk für Freiheits- und Demokratiebewegungen“ befassen, zu dem die Stiftung Friedliche Revolution vom 6. bis 9. Oktober 2018 nach Leipzig eingeladen hat. Veranstaltungsort ist die Außenstelle der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Dazu erwartet werden Vertreterinnen und Vertreter der demokratischen Opposition aus mehreren ostund westeuropäischen Ländern, die bei dem Treffen ihre Erfahrungen mit politischen Konstellationen und aktuellen Problemstellungen austauschen wollen. Der Austausch erfolgt in Anlehnung an die historischen „Runden Tische“ der mittelosteuropäischen Freiheitsbewegungen 1989 in Rundtischgesprächen. Themen sind u.a. die Situation der Pressefreiheit in Europa, Anti-Korruptionsarbeit und Lobbykontrolle, Formen der direkten Demokratie und Beteiligung der Zivilgesellschaft in Europa, etc. Der diesjährige „Internationale Runde Tisch“ knüpft an die guten Erfahrungen der Vorläuferveranstaltung aus dem Jahr 2017 an und dient zur Vorbereitung der „Revolutionale“, einer internationalen Konferenz und eines Festivals für Demokratie und Menschenrechte, die zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution 2019 in der Messstadt stattfinden soll. Die Beratungen des „Internationalen Runden Tisches“ sind nicht öffentlich.

8. Oktober
Mediencampus Villa Ida
Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die ungehinderte Informationsbeschaffung durch eine freie unabhängige Presse waren zentrale Forderungen der Leipziger Montagsdemonstrationen. Dieses mutige Eintreten für Presse- und Medienfreiheit im Herbst ’89 würdigt seit 2001 ein Preis, der diese Forderung als immerwährenden Auftrag begreift. Initiiert und gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig gilt der „Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien“ nicht dem journalistischen Bravourstück oder einem einzelnen exzellenten Beitrag. Geehrt werden vielmehr Journalisten, Verleger, Publizisten und Institutionen, die sich mit Risikobereitschaft, hohem persönlichem Engagement, mit Beharrlichkeit, Mut und demokratischer Überzeugung für die Sicherung und Entwicklung der Pressefreiheit einsetzen, denn diese ist nicht nur in autoritären Staaten bedroht. Zum Machtinstrumentarium der Herrschenden gehören in vielen Ländern unlautere Mediengesetze, Druck auf Journalisten und Verleger, Bevormundung von Funk und Fernsehen und staatliche Zensur. Daneben gefährden ökonomische Konzentrationsprozesse und Selbstzensur die Meinungsvielfalt und stehen einer unabhängigen Berichterstattung entgegen. „Im Geschichtsbuch der Freiheit hat auch Leipzig ein Kapitel geschrieben. Und das ist es, was mich auf diesen Preis besonders stolz macht“, sagte 2004 Preisträger James Nachtwey, ein Kriegsfotograf. Zu den weiteren Preisträgern zählen u. a. Seymour Hersh, Renate Flottau, Kurt Westergaard, Roberto Saviano, Can Dündar und Erdem Gül, Deniz Yücel und die ermordete russische Journalistin Anna Politkowskaja. Der polnische Journalist und Autor Tomasz Pia˛tek erhält den Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien in diesem Jahr. Die Teilnahme an der Preisverleihung ist nur mit Einladung möglich.

Weitere Informationen unter www.leipziger-medienstiftung.de

3. November
Filmpreis „Leipziger Ring“

Die Stiftung Friedliche Revolution verleiht in Zusammenarbeit mit DOK Leipzig zum achten Mal den Filmpreis „Leipziger Ring“. Mit dem Preis wird ein Dokumentarfilm ausgezeichnet, der das bürgerschaftliche Engagement von Menschen in aller Welt und ihr gewaltloses Ringen um Demokratie, Menschenrechte und die Partizipation an gesellschaftlichen Prozessen beispielhaft dokumentiert. Der Preis kann ebenso Filmemacherinnen und Filmemacher würdigen, die ihren Film mutig und unter großem persönlichem Einsatz gegen alle Widerstände und alle Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit realisiert haben. Der Preis ist auch 2018 mit 2.500 Euro dotiert und wird im Rahmen der Preisverleihung des DOK-Festivals gemeinsam mit den anderen Auszeichnungen überreicht. Wie schon im Vorjahr erfolgt die Ermittlung des Gewinnerfilms durch das Festivalpublikum.

Der 9. Oktober als städtischer Gedenktag

Der 9. Oktober ist als Tag der Entscheidung ein Schlüsseldatum der Friedlichen Revolution. Der friedliche Demonstrationszug von 70.000 Leipzigerinnen und Leipzigern sowie Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Mitteldeutschland auf dem Ring trotzte der enormen Bedrohung durch die Staatsgewalt und stellte den Wendepunkt in den Ereignissen des Herbstes 1989 dar. Deshalb hat die Stadt Leipzig den 9. Oktober anlässlich des 20. Jahrestages der Friedlichen Revolution 2009 als jährlichen städtischen Gedenktag eingeführt. Der 9. Oktober ist als „Tag der Freiheit“ dauerhaft im Gedächtnis der Stadt verankert und wird als Impuls für zukunftsweisende Aktivitäten genutzt.