Programm 9.Oktober 2018

ich. die. wir.

Am 9. Oktober 1989 demonstrierten weit über 70.000 Menschen auf dem Leipziger Ring gegen die SED-Diktatur und zeigten damit eindrucksvoll, dass ihr Freiheitswille stärker war als die Angst vor Repressionen, staatlicher Gewalt und drohendem Schießbefehl. Sie leiteten mit dieser mutigen Tat die Friedliche Revolution auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ein und legten den Grundstein für die umfassende Demokratisierung unserer Gesellschaft und die deutsche Wiedervereinigung in einem geeinten Europa.
Seitdem ist der 9. Oktober als „Tag der Friedlichen Revolution“ der zentrale Termin des Erinnerns an diesen gesellschaftlichen Aufbruch in Leipzig und wird auch im Jahr 2018 wieder mit drei bewährten Veranstaltungen gewürdigt: dem Friedensgebet, der Rede zur Demokratie sowie dem Lichtfest Leipzig.
Uns alle bewegen die zum Teil beunruhigenden gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Zeit, der Verfall demokratischer Werte und die grundsätzliche Infragestellung der Staats- und Lebensform Demokratie in der Welt, aber auch in der Mitte Europas – und in Deutschland. Der respektvolle Umgang der Menschen miteinander, die offene politische Debatte und das gemeinsame Ringen um Lösungen verlieren an Relevanz oder werden von einem wachsenden Teil der Bevölkerung vollständig verweigert. Vor diesem Hintergrund kommt dem Einstehen für die wesentlichen Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenhalts: gegenseitige Achtung, Teilhabe, demokratische Streitkultur und Bereitschaft zum Perspektivwechsel ganz besondere Bedeutung zu. Für die Auseinandersetzung mit diesen Grundlagen steht unser diesjähriges klares, kraftvolles und forderndes Motto: ich. die. wir.
Zwar war die gesellschaftliche Situation im Herbst 1989 eine vollkommen andere als heute, jedoch zeigt die Friedliche Revolution, dass aus dem Wunsch vieler einzelner nach Pressefreiheit, Reisefreiheit, Versammlungsfreiheit und Mitbestimmung eine Bewegung entstehen kann, die die Gesellschaft grundlegend verändert. Die Menschen auf den Straßen und später an den Runden Tischen haben ihre Unmündigkeit abgelegt und sind handelnde Personen geworden. Sie haben damit Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Bürgerrechte erkämpft. Sie haben gemeinsam ein neues „wir“ gestaltet.
In diesem Sinne ist die Friedliche Revolution nicht nur ein geschichtliches Ereignis, das 29 Jahre zurückliegt, sondern ebenso ständige Aufforderung zur Gestaltung unserer demokratischen Gegenwart. Möge das Lichtfest 2018 in Zeiten des globalen Umbruchs eine breite, vielfältige und tiefe gesellschaftliche Debatte befördern und die Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart der Demokratie in unserem Land bereichern.

Michael Kölsch
Sprecher der Initiative „Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig 9. Oktober“

Friedensgebet "Rede zur Demokratie"

17–18 Uhr
Nikolaikirche

Predigt: Pfarrer Markus Meckel, Außenminister a. D.
Liturgie: Pfarrer Bernhard Stief
Musik: Werke von Martin Palmeri und Kurt Grahl Festivalorchester, Bandoneon, Klavier BachChor an der Nikolaikirche, Leitung: Nikolaikantor Jürgen Wolf

Zu einem besonderen Friedensgebet lädt die Nikolaigemeinde jährlich am 9. Oktober ein. Sie erinnert damit an die Ereignisse von 1989, als die Nikolaikirche für viele Menschen ein wichtiges Symbol für die Friedliche Revolution und damit für Hoffnung auf Veränderung wurde. Von hier gingen im September 1989 die Montagsdemonstrationen aus. Auch nach Mauerfall und Wiedervereinigung finden in der Nikolaikirche regelmäßig montags Friedensgebete statt.

18:30–19:30 Uhr
Nikolaikirche

Die diesjährige Rede zur Demokratie am 9. Oktober in der Nikolaikirche wird die ehemalige Bundesjustizministerin Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin halten, die als stellvertretende Vorsitzende des Gesamtdeutschen Einheitsausschusses versuchte, Regeln für ein gutes Zusammenleben von Ost und West einzubringen. Heute lehrt sie an zahlreichen Hochschulen im In- und Ausland, berät insbesondere in Afrika und Asien zu Fragen des Völkerrechts, der EU, sowie zu Demokratie- und weiteren Verfassungsfragen. In Deutschland ist die Anwältin als Schlichterin in Tarifstreitigkeiten und bei der Beratung in Fragen von Datenschutz- und Arbeitsrecht gesucht. Frau Däubler-Gmelin fördert seit Jahrzehnten als Schirmherrin die Deutsche Hospizbewegung. Die 2001 begonnene Veranstaltungsreihe gehört zu den Höhepunkten am „Tag der Freiheit“ in Leipzig. Neben Vertretern der bundesdeutschen Verfassungsorgane sprachen in der Vergangenheit vor allem Persönlichkeiten in der Nikolaikirche, die sich um die Demokratie in Europa verdient gemacht haben.

Lichtfest

20 Uhr
Augustusplatz

9. Oktober 2018, 20 Uhr, Augustusplatz

Leipziger und Gäste finden sich alljährlich am 9. Oktober zum Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz ein, um an die Ereignisse des Herbst ‘89 zu erinnern. Ziel des Lichtfests, das von der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH veranstaltet wird, ist es, mit Blick auf die Ereignisse von ‘89 aktuelle Impulse zu setzen, um die Werte der Friedlichen Revolution zu bewahren.

Fokus Teilhabe

Mit dem Aspekt der Teilhabe stellt das Lichtfest Leipzig 2018 wieder eine zentrale Forderung der Friedlichen Revolution in den Fokus und fragt danach, wie es heute darum in unserer Gesellschaft steht. Dabei nimmt es speziell die Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft in den Blick. Einhundert Jahre nach der Einführung des Wahlrechts für Frauen in Deutschland steht deren Rolle u.a. in der Bürgerbewegung und der Friedlichen Revolution im Fokus.

Weibliches Ensemble

Das Bühnenprogramm des Lichtfestes wird – von der Dirigentin Eva Meitner über die Musikerinnen des „Freien Orchesters Leipzig“ bis zu den Schauspielerinnen - allein durch Künstlerinnen bestritten, die gemeinsam den szenischen Mittelpunkt bilden. Die Schauspielerinnen rezitieren in kurzen Textbeiträgen Aussagen von Zeitzeuginnen aus der Bürgerrechtsbewegung. In diesen Passagen rückt der subjektive Bezug auf Teilhabe und Demokratie in den Fokus.

Musik. Wort. Video.

Bis auf eine Ausnahme stammen alle Musikstücke von Komponistinnen. Sie wurden so zusammengestellt, dass sich aus dem Zusammenspiel von Musik, Wort und Video ein künstlerisches Gesamtwerk ergibt. Während in der Videoebene eine markante Bildsprache das Thema Teilhabe von Frauen im Kontext der Zeitläufe zeigt, werden die Wortbeiträge in die Musikstücke integriert. So entsteht eine rhythmische Komposition, die von der Musik geführt wird. Das Lichtfest beginnt um 20 Uhr auf dem Augustusplatz. Selbstverständlich sind die Besucher des Lichtfests sich in diesem Jahr wieder herzlich dazu eingeladen, aus Tausenden Kerzen gemeinsam eine leuchtende 89 zu bilden.

Mitwirkende

Eva Meitner
Chefdirigentin Eva Meitner, Jahrgang 1983, ist eine deutsch-französische Dirigentin. Seit Januar 2015 ist sie Chefdirigentin des Sinfonischen Orchesters Hoyerswerda und seit 2018 Chefdirigentin des Freien Orchesters Leipzig. Darüberhinaus ist sie Dirigentin bei Projekten des KONZERTCHORES LEIPZIG (seit 2018). Zum Sommersemester 2015 wurde sie als Lehrbeauftragte im Fach Dirigieren an der Universität Erfurt berufen. Seit der Saison 2017/18 widmet sie sich auch wieder verstärkt der Kammermusik und ist Pianistin beim Duo TastoCorno sowie beim Trio CornoVoce. Zudem ist sie seit dem Wintersemester 2017/18 als Mentorin im Rahmen des Mentoring Arts (m-arts) Programm der Hochschule für Musik und Theater Leipzig tätig.

„100 Jahre Frauenwahlrecht sind eine große Errungenschaft der Emanzipation. Durch das Aufführen der Werke der Komponistinnen Ethel Smyth, Amy Beach, Alice Mary Smith, Fanny Hensel, Susanne Hardt und des Komponisten Moritz Eggert (der sich aktuell bewundernswert für die Stärkung der Frauenrechte engagiert) möchten wir unseren Beitrag auch auf musikalischer Ebene leisten. Kein Ort erscheint mir dafür geeigneter als Leipzig, die Wiege der deutschen Frauenbewegung und die Stadt, die aufgrund der Friedlichen Revolution zu einem Sinnbild für Frieden und Freiheit geworden ist. Es ist mir eine große Ehre mit dem Freien Orchester Leipzig das diesjährige Lichtfest musikalisch zu gestalten und den Mut, die Stärke und das Selbstbewusstsein dieses bedeutsamen Ereignisses auf diese Weise zu würdigen.“

Freies Orchester Leipzig
Das „Freie Orchester Leipzig“ besteht aus 24 Musikerinnen, die sich eigens für das Lichtfest erstmals zusammenschließen.

Leitung:
Eva Meitner

Besetzung:
5 Erste Violinen, 4 Zweite Violinen, 3 Bratschen, 2 Violoncelli, 1 Kontrabass, 1 Flöte, 1 Oboe, 1 Klarinette, 1 Fagott, 1 Horn, 1 Trompete, 1 Posaune, 1 Klavier, 1 Pauke.

Violinen: Kathrin ten Hagen (Konzertmeisterin), Sarah Hyang, Uta Schreiber, Katharina Guhlmann, Charlotte Tauber, Maasa Marimoto, Juhwui Lee, NN Bratschen: Antje Dietzmann, Cora-Sophie Schwanebeck, Shir-Ran Yinon Violoncelli: NN, NN Kontrabass: Astrid Pfister Flöte: Almuth Maria Donner, Oboe: Ilka Dinter, Klarinette: Antje Taubert, Fagott: Claire Hochschild Horn: Katharina Hesse, Trompete: Maria Döhler, Posaune: NN, Klavier: Sibylle Stier, Pauke / Schlagwerk: NN

Schauspielerinnen:
Beate Furcht, Annett Krause, Silvia Pfändner, Maria Radomski, Heike Ronni

Künstlerische Leitung, Video und Dramaturgie:

Jürgen Meier
Jürgen Meier lebt und arbeitet in Leipzig. Er studierte Kunst, Philosophie und Psychologie in Münster und in London. Für seine künstlerische Arbeit erhielt er mehrere Preise und Auszeichnungen. Seine Werke wurden international ausgestellt, unter anderem in San José, USA und bei der Architektur Biennale in Venedig. Seit 2009 ist Jürgen Meier künstlerischer Leiter des Lichtfest Leipzig. Für das Lichtfest 2018 konzipierte und arrangierte er zudem die Video-Sequenzen.

Claudius Nießen
1980 in Aachen geboren, arbeitete Claudius Nießen zunächst für den WDR und die Verlagsgruppe Handelsblatt. Ein Studium am Literaturinstitut war Anlass für den Umzug nach Leipzig, wo der Autor und Moderator bis heute lebt. Zuletzt erschien von ihm das Kunstbuch „Vinta“ und zusammen mit Clemens Meyer der Band „Zwei Himmelhunde“. Für das Lichtfest 2018 verantwortet er die Textdramaturgie.

Susanne Hardt, Komponistin
Für das Lichtfest Leipzig komponierte Susanne Hardt „Ballots Ballet“. Susanne Hardt wurde 1993 in Mainz geboren. 2016 schloss sie ihr Bachelorstudium mit dem Hauptfach Musiktheorie bei Prof. Dr. John Leigh und dem Nebenfach Komposition bei Manos Tsangaris in Dresden an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber ab und begann ein Masterstudium mit dem Hauptfach Filmmusik an der Filmuniversität Konrad Wolf in Potsdam Babelsberg. Für ihre Kompositionen wurde Susanne Hardt mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem 1. Preis beim Wettbewerb für Filmmusik und Sounddesign des Leipziger Filmfestivals „Kurzsüchtig“ (April 2014). 2015 wurde sie von der Musikhochschule in Dresden mit dem Carl-Mariavon- Weber-Stipendium ausgezeichnet.

„Friedliche, gewaltfreie Proteste sind wichtig, damit sich etwas in der Gesellschaft ändert, ohne dass Menschen deswegen zu Schaden kommen. Ein beispielhaftes Ereignis, das zeigt, dass dies möglich ist, sind die Montagsdemonstrationen in der DDR, die zum Mauerfall 1989 führten. Wichtig ist aber auch, dass wir uns nicht nur an solche Geschehnisse erinnern, sondern aktiv versuchen, die Welt zu verändern und existierende Missstände zu beheben. Das Lichtfest Leipzig würdigt die bisher bereits erreichten Fortschritte in unserer Gesellschaft und macht Mut, neue Veränderungen anzustreben und aktiv dafür einzustehen – es gibt schließlich immer was zu tun!“

Douglas Victor Brown, Arrangeur
Douglas Brown arrangierte alle Werke, die beim Lichtfest erklingen, für die Besetzung des „Freien Orchesters Leipzig“.
Douglas Brown, geboren 1950, stammt aus London. Nach dem Studium an der Cambridge Universität war er als Komponist, Pianist und Dozent in Coventry tätig. Ab 1979 war er drei Jahre in Pretoria, Süd-Afrika als Korrepetitor, Dirigent und Chorleiter engagiert. Nach zwei Jahren am Stadttheater Bremerhaven ging er 1985 nach Berlin als Solorepetitor bei der Deutschen Oper. Seine erste Komposition schrieb er im Alter von 11 Jahren. Seitdem hat er viele Stücke für ganz verschiedene Besetzungen komponiert, z. B. ,Caligula’, Kammeroper (1979), ,Concerto Dramatico’, eine Goethe-Kantate (1992), ,Mord um Mitternacht’ - ein musikalischer Krimi (2001), ,Der Tannenbaum’ (2014) für 4 Solostimmen und viele Stücke für Kinder u. a. ,Das Engelskonzert’ und ,Schwein gehabt!’, die auf CD erschienen sind.

Beim Lichtfest Leipzig erklingen folgende Werke – teilweise in Auszügen, bearbeitet und arrangiert für das Freie Orchester Leipzig:

Susanne Hardt (*1993): Ballots Ballet (UA)
Für das Lichtfest Leipzig komponierte Susanne Hardt „Ballots Ballet“. Das Stück wurde anlässlich von 100 Jahren Frauenwahlrecht in Europa geschrieben. Es hat einen lebhaften, tänzerischen Charakter und bedient sich einer bunten, abwechslungsreichen Klangsprache. Die Jahreszahl der Einführung des Frauenwahlrechts in den meisten EU-Ländern (u. a. Deutschland) bildet das Hauptmotiv der Komposition: 1918. Überträgt man diese Jahreszahl in Tonstufen, ergibt sich die 4-Ton-Folge, die das Stück eröffnet. Im Laufe der Komposition kehrt das Anfangsmotiv mehrfach variiert wieder – immer in Form anderer Jahreszahlen, zu denen in anderen EU-Ländern das Frauenwahlrecht eingeführt wurde (wie z. B. in Finnland 1906 oder in Island 1915). Am Ende kehrt das ursprüngliche Motiv zurück und beendet energischden "Tanz der Stimmzettel".

Ethel Smyth (1858–1944): „The Wreckers“, Ouvertüre und „March of the Women“
Ethel Smyth kam 1877 nach Leipzig, um Komposition zu studieren. Das Leipziger Konservatorium war damals eine der wenigen Institutionen weltweit, an denen Frauen überhaupt aufgenommen wurden. Ihre Oper „The Wreckers“ (deutsch Strandrecht) wurde 1906 am Neuen Theater Leipzig uraufgeführt. Smyth nahm sehr intensiv am Leipziger Kulturleben teil. Sie lernte Clara Schumann, Anton Rubinstein, Max Friedländer, Edvard Grieg und Johannes Brahms persönlich kennen und war mit der jüngsten Tochter von Mendelssohn, Lili, eng befreundet.
Ethel Smyths Leben war wesentlich davon geprägt, sich als Komponistin durchzusetzen und als solche Anerkennung in der Öffentlichkeit zu finden. Sie hatte den Anspruch, in ihrer Arbeit nicht als nebenher komponierende Lady, sondern als gleichwertig zu ihren männlichen Kollegen gesehen zu werden und von ihrer Arbeit zu leben. Ihre Kompositionen umfassen sinfonische Werke, Kammermusik, Chorwerke und Opern. Ihre bekannteste Oper ist The Wreckers. Ihr bekanntestes Werk ist allerdings The March of Women, das zu einer Hymne der englischen Frauenbewegung wurde. (Quelle: Wikipedia)

Fanny Hensel (geb. Mendelssohn, 1805–1847): Ouvertüre in C-Dur
Die frühesten Kompositionen, die von Fanny Hensel bekannt wurden, schrieb sie im Alter von 15 Jahren. Unter ihren weit mehr als 450 Werken – ohne skizzierte oder verschollene Werke – finden sich Kammermusikwerke, Chöre, Kantatenkompositionen, szenische Werke, Orchestermusik und ihre Lieder, der neben den Klavierwerken wichtigste Schaffensbereich Fanny Hensels, von denen sie etwa 250 verfasste. Nur ein Bruchteil davon wurde bislang veröffentlicht, die ersten hatte Felix Mendelssohn unter seinem Namen drucken lassen. (…)
Die musikwissenschaftliche Forschung hat sich seit den 1970er Jahren verstärkt Fanny Hensel zugewandt. Jedoch steht die vollständige Entdeckung, Bearbeitung, Interpretation und historisch-kritische Publikation ihrer Kompositionen und Schriften noch aus. Unter der Dirigentin und Musikjournalistin Elke Mascha Blankenburg erlebten einige der groß besetzten Werke Hensels zwischen 1984 und 1987 ihre Welturaufführung, u. a. die Ouvertüre in C-Dur durch das Clara-Schumann- Orchester unter Leitung Blankenburgs am 7. Juni 1986 in der Frankfurter Alten Oper. (Quelle: Wikipedia)

Amy Marcy Beach (geb. Cheney, 1867–1944): Gälische Sinfonie e-Moll, op. 32, 4. Satz: Allegro di molto
Die amerikanische Komponistin wuchs in einer musikalischen Familie auf. Sie machte sich zunächst als klavierspielendes und komponierendes Wunderkind einen Namen. Die Eltern stellten sich dennoch ihrem Wunsch entgegen, an einem europäischen Konservatorium zu studieren. Stattdessen erhielt sie privaten Klavierunterricht. Nach ihrer Heirat mit einem angesehenen Arzt wurde Beach angehalten, das Konzertieren aufzugeben und eine „standesgemäße“ Rolle einzunehmen. Auch Kompositionsunterricht wurde ihr nicht mehr erlaubt, so dass sie sich autodidaktisch weiterbildete … Sie war die erste amerikanische Frau, die eine Sinfonie schrieb und so in eine damals ausgesprochene Männerdomäne einbrach. Nach der äußerst erfolgreichen Aufführung ihrer „Gälischen Sinfonie“ (1896) durch das Boston Symphony Orchestra konnte sie sich als Komponistin zunehmend etablieren. Nach dem Tod ihres Mannes 1910 ging sie für einige Jahre nach Europa und trat u.a. in Leipzig, Hamburg und Berlin als Solistin ihres Klavierkonzerts auf. Auch ihre „Gälische Sinfonie“ wurde 1913 in Hamburg und Leipzig aufgeführt. 1914 kehrte Amy Beach in die USA zurück. Ihre Popularität als bekannteste Komponistin Amerikas nutzte sie, um jungen Frauen in den Beruf zu helfen. Zu ihren Werken zählen neben der „Gälischen Sinfonie“ und dem Klavierkonzert in cis-Moll die Oper „Cabildo“, eine Messe, weitere Klavier- und Orchesterstücke und eine große Zahl von Liedern. (Quellen: www.deutschlandfunkkultur.de/ westfalen-classics-bahnbrechende-pionierinnen.1091.de; Wikipedia)

Alice Mary Smith (1839–1884): Sinfonie in c-Moll, 3. Satz: Allegro ma non troppo und 4. Satz: Allegro maestoso
Das Werk der englischen Komponistin Alice Smith umfasst zwei Sinfonien und mehrere Chorwerke, Streich- und Klavierquartette, Ouvertüren und eine Klarinetten-Sonate. Ihre erste Sinfonie, die Sinfonie in c-Moll, schrieb sie 1863 im Alter von 24 Jahren. Sie wurde im Entstehungsjahr von der Musical Society London uraufgeführt. In einem Nachruf schreibt The Athenaeum 1884: „Ihre Musik ist gekennzeichnet durch Eleganz und Anmut … Kraft und Energie. Ihre Formen sind immer klar, ihre Ideen frei von Exzentrizität. Ganz offensichtlich gelten ihre Sympathien mehr der Klassik als der Romantik.“ (Quelle: Wikipedia)

Moritz Eggert (*1965): Number Nine VII: Masse
Der Komponist, Pianist, Performer, Dirigent und Autor gilt als einer der vielseitigsten und abenteuerlustigsten Stimmen der zeitgenössischen Musik. Von Anfang an arbeitete er in allen musikalischen Genres. Sein Werkverzeichnis von inzwischen mehr als 250 Stücken enthält nicht nur 13 abendfüllende Opern, sondern u. a. auch mehrere Ballette und Arbeiten für Tanz- und Musiktheater, Orchestermusik, Kammermusik, Chor- und Kirchenmusik, experimentelle und elektronische Musik, Musik für Kinder und Jugendliche sowie Film- und Radiomusik u.v.m. Moritz Eggerts Musik wird weltweit aufgeführt. Mit seinen Arbeiten schreibt er stets gegen das öffentliche Image des „braven Klassikkomponisten“ an. (Quelle: www.moritzeggert.de)

Number Nine VII: Masse geht darauf zurück, dass Eggert vom Schauspieler Peter Luppa mit dem Gedanken konfrontiert wurde, es sei doch „hinausgeworfenes Geld, wenn in einem Orchesterkonzert immer nur ein paar Musiker spielten und nicht alle gleichzeitig“. Die Idee ging Eggert nicht mehr aus dem Kopf, und er stellte sich der Herausforderung, ein Orchesterstück zu schreiben, in dem alle Musiker ohne Pause spielen müssen. Der Titel des Zyklus „Number Nine“ bezieht sich sowohl auf die Anzahl vollendeter Symphonien großer Komponisten (u. a. Beethoven, Dvorak, Bruckner), ist aber auch Anspielung auf „Revolution 9“ von den Beatles, einem Lieblingsstück des Komponisten. PhonoPaper Was ist (ein)

PhonoPaper
Zunächst wird Sprache oder Musik mit der App PhonoPaper (kostenlos erhältlich) aufgenommen. Daraus wird ein Bild, ein Code in Form einer Tonspur generiert, der wiederum von der App gelesen werden kann. Hält man die App über ein so generiertes Bild, kann man sich die Tonspur anhören.
Noch mehr Tonspuren mit Statements von Zeitzeuginnen des Herbstes ’89 und Mitwirkenden des Lichtfestes kann man im Vorfeld des Lichtfestes in Leipzig auf Postkarten an verschiedenen Verteilorten entdecken.

Weitere Informationen und Programmdetails: www.lichtfest.leipziger-freiheit.de

Anfahrt: Den Augustusplatz erreichen Sie am besten mit Bus, Tram und S-Bahn. Die Linien 4, 7, 12, 15 verkehren in ihrer normalen Linienführung über die Haltestelle Augustusplatz (Mittelfahrbahn). Die Linien 8, 10, 11, 14, 16 verkehren aufgrund einer Baumaßnahme mit Umleitungen und bedienen die Haltestelle Augustusplatz nicht. Bitte nutzen Sie daher alternativ die Haltestellen „Hauptbahnhof“ bzw. „Wilhelm-Leuschner-Platz“.

Die Linienführung wird wie folgt geändert: Tram 8 verkehrt zwischen Grünau-Nord und Wilhelm-Leuschner- Platz. Tram 10, 11, 16 verkehren in beiden Richtungen mit Umleitung über Hauptbahnhof, Westseite – Goerdelerring – Thomaskirche – Neues Rathaus – Wilhelm-Leuschner-Platz. Tram 14 verkehrt zwischen S-Bf. Plagwitz und Hauptbahnhof, Westseite
Zwischen 19.30 Uhr und 21.00 Uhr wird die Haltestelle Augustusplatz komplett für alle Linien gesperrt.

Weitere Hinweise zur Anfahrt: www.lichtfest.leipziger-freiheit.de und www.l.de/verkehrsbetriebe
Zufahrten zur Tiefgarage Augustusplatz sind jederzeit über Georgiring, Ausfahrten über Goethestraße möglich.

Barrierefreiheit: Die Gespräche auf der Bühne werden in Gebärdensprache übersetzt. Für Rollstuhlfahrer steht ein Podest zur Verfügung.