Rundgaenge und Ausstellungen 2017

15. September bis 30. Oktober | 9.00 - 16.00 Uhr | Deutsch-arabische Präsentation „Orte der Friedlichen Revolution“

Um insbesondere auch Geflüchtete und Asylsuchende über die Friedliche Revolution und die daraus resultierenden zentralen Werte des Zusammenlebens – Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – aufzuklären, entwickelte die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ arabischsprachige Angebote. Dazu gehört u. a. die deutscharabischsprachige Präsentation zur Open-Air-Ausstellung „Orte der Friedlichen Revolution“. Sie stellt 20 Ereignisorte in Leipzig vor, an denen Aktionen des politischen Widerstandes und des demokratischen Aufbruchs während der Friedlichen Revolution von 1989/90 stattfanden. Der chronologische Aufbau verdeutlicht, wie aus den Aktionen Einzelner eine Massenbewegung entstand, die die SED-Diktatur zum Einsturz brachte und den Weg zur Deutschen Einheit ebnete. Ergänzt werden die Informationen durch die kostenfreie App „Leipzig ‘89“, die es ebenfalls in Arabisch gibt. Sie bietet über 300 historische Fotos, Dokumente und Filmbeiträge, einen GPS-gestützten Rundgang und eine Hörführung.

Deutsche Angestellten-Akademie Leipzig, Torgauer Platz 1, 04315 Leipzig

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Deutschen Angestellten-Akademie Leipzig

Eintritt frei

18. September bis 13. Oktober | Europa-Caricade

Die Ausstellung zeigt 70 Karikaturen aus 15 europäischen Ländern und will in Zeiten von Eurokrisen, Brexit und nationalistischen Bewegungen wieder Lust und Laune auf Europa machen. Unausgewogen und frech, kritisch, ironisch und satirisch, aber immer mit Witz und Humor begleiten Karikaturisten aus vielen EU-Ländern den steinigen Weg zum vereinten Europa. Von 1957 bis heute werden Höhen und Tiefen des europäischen Einigungsprozesses mit spitzer Feder nachgezeichnet.

Neues Rathaus, Untere Wandelhalle

Veranstalter: Stadt Leipzig, Dezernat Kultur

Eintritt frei

23. und 24. September + 28. und 29. Oktober | Der Kommunismus in seinem Zeitalter

Getarnt als Ferienanlage des VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Leipzig, liegt im Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche bei Machern die einstige Ausweichführungsstelle (AFüSt) des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig. Kern der Anlage ist der von 1969 bis 1972 gebaute Bunker, in dem der damalige Stasi-Bezirksleiter mit 100 Offizieren seine Tätigkeit auch im Fall eines Ausnahmezustands fortgesetzt hätte, um den Machtanspruch der SED zu sichern. Diese Krisenplanung, die bis zur Errichtung von Isolierungslagern für Regimegegner reichte, wurde glücklicherweise nie umgesetzt. Die Friedliche Revolution im Herbst 1989 zerschlug diese Planungen. Neben den Führungen durch das über fünf Hektar große denkmalgeschützte Gesamtgelände mit allen erhaltenen Bauten und Anlagen können Besucher das komplette Bunkerinnere besichtigen sowie die neue Plakatausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ der Stiftung Aufarbeitung zur SED-Diktatur ansehen.

Museum im Stasi-Bunker in Machern, Lübschützer Teiche, Flurstück 439, 04827 Machern

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Führungen kostenpflichtig

3. Oktober und 6. bis 9. Oktober | 17.00 - 19.00 Uhr | Simulacri

Teil II des Multimediaprojekts von Künstlern aus Hannover und Leipzig: Marek Brandt, Carsten Busse, Franziska Anna Faust, Jürgen Meier, Norbert Meissner, Jens Pfuhler (Leipzig), Helmut Hennig, Magda Jarzabek, Hanno Kübler, Christiane Oppermann, Harro Schmidt, Rüdiger Stanko, Uwe Stelter (Hannover), Beiträge aus den Archiven von KANALX und des Kunstvereins „Mobiles Büro für Erdangelegenheiten“ (Filme von Peter Schüler).

Monopol – Kunstwerk Leipzig

Veranstalter: Norbert Meissner, Sheila Reimann

Eintritt frei

bis 15. Oktober | Mauern. Gitter. Stacheldraht. Politische Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und in der Deutschen Demokratischen Republik

Die Repressionen in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR zwischen 1945 und 1990 waren vielseitig. Zu Leidtragenden wurden meist junge Menschen, die wegen ihrer Einstellung oder Lebensweise in Konflikt mit dem Staat gerieten. Die Ausstellung gibt ihnen ein Gesicht. Sie erzählt von den Schicksalen deportierter Frauen und Mädchen, von Internierten in deutschen und osteuropäischen „Speziallagern“, von politischen Häftlingen in DDR-Zuchthäusern, von an der innerdeutschen Grenze Zwangsausgesiedelten und von den durch die DDR-Staatssicherheit Verfolgten und Inhaftierten. Eine Ausstellung der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e. V. (UOKG). Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Veranstalter: BStU – Außenstelle Leipzig

Eintritt frei

bis 31. Dezember | Stasi Ohn(e)Macht Die Auflösung der DDR-Geheimpolizei

1989: Immer mehr wächst der Widerstand der DDRBevölkerung gegen die SED-Herrschaft. Der lang angestaute Unmut über das Leben in der Diktatur, über die politische Verfolgung und geistige Enge in der DDR münden schließlich in die Friedliche Revolution. Ein Meilenstein dieser Revolution ist die Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Als „Schild und Schwert der Partei“ hatte das MfS jahrzehntelang die Existenz des SED-Regimes gesichert. Die Ausstellung dokumentiert anhand zeitgenössischer Fotos den erfolgreichen Widerstand der DDR-Bevölkerung gegen das SED-Regime und seine Geheimpolizei. Sie richtet die Aufmerksamkeit insbesondere auf die Ereignisse in Sachsen im Herbst 1989.

Veranstalter: BStU – Außenstelle Leipzig

Eintritt frei

bis 31. Dezember | Überwachen. Verängstigen. Verfolgen. Stasi – Die Geheimpolizei der DDR

„Genossen, wir müssen alles wissen“: So lautete das Motto, das der Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, seinen Mitarbeitern vorgab. Mit diesem Wissen sollten sie die „Feinde“ der SED aufdecken und unschädlich machen, um die Herrschaft der SED in der DDR sicherzustellen. Zur Erfüllung dieses Auftrages verfügte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) über weitreichende Befugnisse: Es war gleichzeitig innenpolitische Geheimpolizei, Ermittlungsbehörde und Auslandsnachrichtendienst. Im Jahr 1989 waren rund 91.000 hauptamtliche Mitarbeiter für die Stasi tätig. Sie wurden durch ein Netz von etwa 189.000 inoffiziellen Mitarbeitern (IM) verstärkt. Die IM lieferten umfangreiche Informationen aus allen Bereichen des Lebens. Die Ausstellung vermittelt wichtige Grundkenntnisse über die Tätigkeit des MfS. Anhand von fünf Themenbereichen – Jugend, Reisen, Kultur, Kirche und Sport – zeigt sie, wie die Stasi den Alltag der Bevölkerung überwachte und kontrollierte. Ausgewählte Einzelschicksale verdeutlichen, was „Bearbeitung“ durch die Stasi für die betroffenen Menschen bedeutete.

Veranstalter: BStU – Außenstelle Leipzig

Eintritt frei

bis 7. Januar | Inszeniert. Deutsche Geschichte im Spielfilm

Kino- und Fernsehfilme wie „Unsere Mütter, unsere Väter“, „Good Bye, Lenin!“ oder „Die Flucht“ prägen das kollektive Geschichtsbewusstsein. Die populäre Aufbereitung von Fakten und Fiktion übertrifft an Reichweite das gedruckte Wort, schulische Angebote und alle anderen Vermittlungsformen. Die Ausstellung zeigt zu sieben ausgewählten Themenfeldern über 500 Objekte, darunter Drehbücher, Plakate, Preise und Requisiten sowie zahlreiche Filmausschnitte.

Geöffnet auch am Montag, 9. Oktober, in der Zeit von 10 bis 20 Uhr.

Veranstalter: Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Eintritt frei

Dauerausstellung: Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution

Die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ erzählt vom friedlichen Umbruch 1989/90. Zahlreiche teils bisher unbekannte Flugblätter, Fotos, Plakate und Dokumente sowie Objekte zeichnen die Aktionen des politischen Widerstandes in Leipzig sowie die Ereignisse seit dem Herbst 1988 nach, die zur Friedlichen Revolution und zur deutschen Wiedervereinigung in einem vereinten Europa führten. Auch wird ein Blick auf ost-mitteleuropäische Nachbarn und deren Engagement für Freiheit und Demokratie geworfen.

Öffentliche Führungen beginnen jeden Freitag und Samstag 16:30 Uhr.

Am 3. Oktober je um 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr sowie am 9. Oktober um 13 Uhr werden Kombi-Führungen durch die Ausstellungen „Stasi – Macht und Banalität“ und „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ angeboten.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Eintritt frei, Führungen kostenpflichtig

Dauerausstellung: Stasi – Macht und Banalität

In der „Runden Ecke“ kann Zeitgeschichte am Original- Ort erlebt werden: Hier befand sich die Bezirksverwaltung der Staatssicherheit. Am 4. Dezember 1989 besetzten engagierte Bürger das Gebäude. Seit August 1990 informiert die Dauerausstellung in den original erhaltenen Büros der ehemaligen Stasi-Offiziere anhand einer Vielzahl von einmaligen Objekten, Fotos und Dokumenten über Geschichte, Struktur und Arbeitsweise der berüchtigten Geheimpolizei der SED. Besucher können im Museum auch mehrsprachige Audioguides ausleihen.

Öffentliche Führungen beginnen täglich 15 Uhr.

Am 3. Oktober je um 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr sowie am 9. Oktober um 13 Uhr werden Kombi-Führungen durch die Ausstellungen „Stasi – Macht und Banalität“ und „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ angeboten.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Eintritt frei, Führungen kostenpflichtig

Dauerausstellung: Schule in Leipzig in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts

Zwei Diktaturen und ihre Einflüsse auf Leipziger Schulen stehen sich in Ausstellungen gegenüber. Drei historische Brüche 1933, 1945 und 1989 verursachten jeweils neue politische Rahmenbedingungen, Lehrpläne und Erziehungsziele. Welche Prägungen, welche Freund- und Feindbilder, welche Erziehungsmethoden wurden trotz jugendlicher Proteste über mehrere Generationen fortgeführt? Welche Erkenntnisse lassen sich heute daraus gewinnen? Umfangreiche schriftliche Quellen und Zeitzeugenberichte laden ein, sich daraus ein eigenes Urteil zu bilden.

Veranstalter: Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig

Dauerausstellung: Moderne Zeiten

Die Ausstellung Moderne Zeiten erzählt 200 Jahre Stadtgeschichte, von der Revolution 1848/49 über die Friedliche Revolution von 1989 bis zur Gegenwart. Der Ausstellungsteil „1989 bis heute“ zeigt Leipzig als Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution und der bahnbrechenden Ereignisse im Herbst ’89.

Veranstalter: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Dauerausstellung: Teilung und Einheit. Diktatur und Widerstand

Die Ausstellung widmet sich der Geschichte von Teilung und Einheit, Diktatur und Widerstand in der DDR und gibt Einblicke in das Alltagsleben der Ostdeutschen. Ein zentraler Aspekt ist die Würdigung der Friedlichen Revolution 1989.

Geöffnet auch am Montag, 9. Oktober, in der Zeit von 10 bis 20 Uhr mit öffentlichen Führungen um 14 Uhr und 17 Uhr.

Veranstalter: Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Eintritt frei

Stadtrundgang: Auf den Spuren der Friedlichen Revolution

Der Rundgang beginnt am Nikolaikirchhof. Von dort führt er über den Augustusplatz zu markanten Punkten der Innenstadt. Die Besucher durch- und erlaufen sich damit die Chronik des Herbstes ’89 und erleben, wie sich Leipzig seitdem entwickelt hat.

Termine: ganzjährig samstags um 14 Uhr, am 3.10. um 11 und 14 Uhr und am 9.10. um 11 Uhr, Treffpunkt: Hauptportal Nikolaikirche

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

kostenpflichtig