Rundgaenge und Ausstellungen 2018

11. Juni bis 31. Dezember
BStU – Außenstelle Leipzig
Überwachen. Verängstigen. Verfolgen. Stasi – Die Geheimpolizei der DDR

„Genossen, wir müssen alles wissen“: So lautete das Motto, das der Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, seinen Mitarbeitern vorgab. Mit diesem Wissen sollten sie die „Feinde“ der SED aufdecken und unschädlich machen, um die Herrschaft der SED in der DDR sicherzustellen. Zur Erfüllung dieses Auftrages verfügte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) über weitreichende Befugnisse: Es war gleichzeitig innenpolitische Geheimpolizei, Ermittlungsbehörde und Auslandsnachrichtendienst. Im Jahr 1989 waren rund 91.000 hauptamtliche Mitarbeiter für die Stasi tätig. Sie wurden durch ein Netz von etwa 189.000 inoffiziellen Mitarbeitern (IM) verstärkt. Die IM lieferten umfangreiche Informationen aus allen Bereichen des Lebens. Die Ausstellung des BStU vermittelt wichtige Grundkenntnisse über die Tätigkeit des MfS. Anhand von fünf Themenbereichen – Jugend, Reisen, Kultur, Kirche und Sport – zeigt sie, wie die Stasi den Alltag der Bevölkerung überwachte und kontrollierte. Ausgewählte Einzelschicksale verdeutlichen, was „Bearbeitung“ durch die Stasi für die betroffenen Menschen bedeutete. Eine Ausstellung des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staats sicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Veranstalter: BStU – Außenstelle Leipzig
Eintritt frei

27. August bis 27. Januar
BStU – Außenstelle Leipzig
Im Namen des Volkes? Über die Justiz im Staat der SED

Die Ausstellung über die Justiz in der DDR ist Teil der Erforschung eines wesentlichen Abschnitts deutscher Rechtsgeschichte. Mit ihr werden differenzierte Einblicke in das Justizsystem im Staat der SED gegeben. Die Justiz in der DDR war Bestandteil einer Gesellschaftsordnung, deren Programm „die Herrschaft der Arbeiterklasse unter der Führung der marxistisch-leninistischen Partei“ war. Eingebettet in ein umfassendes System von Anleitung und Kontrolle, unterlag auch die Justiz der Steuerung durch die SED. Die Ausstellung macht die Instrumentalisierung und Politisierung an vielen Beispielen deutlich. Sie will aber auch darstellen, wie das Rechtssystem bei der Regulierung alltäglicher Konflikte funktionierte. Eine Ausstellung des Bundesministeriums der Justiz.

Veranstalter: BStU – Außenstelle Leipzig
Eintritt frei

15. September bis 31. Oktober
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
„Gwangju 1980“: Fotoausstellung zur Demokratiebewegung in Südkorea

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die koreanische Halbinsel durch die Siegermächte USA und Sowjetunion in Nord und Süd geteilt. Als im Oktober 1979 der damalige Präsident Park Chung-Hee nach 18-jähriger Militärherrschaft durch einen Mann seines eigenen Geheimdienstes erschossen wurde, hoffte die Bevölkerung auf eine Demokratisierung des Landes. Zwei Monate später, im Dezember 1979, putschte sich General Chun Doo-Hwan an die Macht. Südkorea stand nun erneut unter der Herrschaft einer Militärregierung. Es kam landesweit zu Massenunruhen und Protesten, die am 18. Mai 1980 gewaltsam niedergeschlagen wurden. In der Folge kam es zu zahllosen Verhaftungen und Ermordungen. Der Aufstand von Gwangju 1980 wird heute als Meilenstein für die Demokratiebewegung Südkoreas gefeiert. Die Ausstellung zeigt ehemals verbotene Fotos des Aufstandes, die Journalisten und Zivilisten unter Lebensgefahr aufgenommen haben. Die Bilder gehören seit 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ in Kooperation mit dem Korea Verband e. V. (Berlin)
Eintritt frei

25. September bis 21. Oktober
Promenaden im Hauptbahnhof Leipzig, Erdgeschoss
Deutsch-arabischsprachige Präsentation „Orte der Friedlichen Revolution“

Mit der zweisprachigen Präsentation „Orte der Friedlichen Revolution“ können sich sowohl deutsch- als auch arabischsprechende Besucher über die jüngste Geschichte und die Demokratieentwicklung in Deutschland informieren. Die revolutionären Ereignisse von 1989/90 sind ein Beispiel dafür, wie Bürger friedlich und erstmals erfolgreich gegen eine Diktatur gekämpft haben, um Freiheit und demokratische Grundrechte zurückzuerlangen. Die Präsentation ist Teil der arabischsprachigen Angebote der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, mit denen das Museum die Sprachbarrieren für ihre Angebote weiter senkt und damit u. a. für Geflüchtete, Asylsuchende und Migranten die kulturelle Teilhabe erhöht und sie bei der historisch-politischen Bildung unterstützt.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ und Promenaden Hauptbahnhof Leipzig
Eintritt frei

9. Oktober bis 31. Oktober
Gebäudekomplex der früheren Stasi-Bezirksverwaltung Leipzig
Losungen der Friedlichen Revolution. Transparente zum Herbst ’89 an der „Runden Ecke“

Für den Erhalt der mit der Friedlichen Revolution errungenen Werte – Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – müssen wir uns auch heute immer wieder einsetzen. Um diese wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und sie im öffentlichen Stadtraum bewusster wahrzunehmen, werden Losungen aus dem ereignisreichen Jahr 1989 amGebäudekomplex der früheren Stasi-Bezirksverwaltung zu sehen sein. Forderungen wie „Krumme Ecke – Schreckenshaus. Wann wird ein Museum draus?“ erfüllten sich recht schnell, andere erst Monate später.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, mit Unterstützung des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Eintritt frei

bis 14. Oktober
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
„Alles nach Plan? Formgestaltung in der DDR“

Die Ausstellung setzt sich mit der Formgestaltung in der DDR von ihren Anfängen und der Aufbruchsstimmung in den 1950er Jahren über die Gründung des Amts für industrielle Formgestaltung zur allgemeinen Kontrolle der Produkte in den 1970er Jahren bis zur Mangelkrise in den 1980er Jahren und dem Ende der DDR auseinander. Gestalterinnen und Gestalter stellen in Zeitzeugeninterviews ihre persönlichen Erinnerungen den staatlichen Prämissen und der Propaganda aus zeitgenössischen Filmausschnitten gegenüber. Am Schluss steht die Frage: Gibt es ein eigenes DDR-Design?

Veranstalter: Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Eintritt frei

Dauerausstellungen

Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
Leipzigauf dem Weg zur Friedlichen Revolution

Die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ erzählt vom friedlichen Umbruch 1989/90. Zahlreiche teils bisher unbekannte Flugblätter, Fotos, Plakate, Filmaufnahmen und Dokumente sowie Objekte zeichnen die Aktionen des politischen Widerstandes in Leipzig sowie die Ereignisse seit dem Herbst 1988 nach, die zur Friedlichen Revolution und zur deutschen Wiedervereinigung in einem vereinten Europa führten. Auch wird ein Blick auf ost-mitteleuropäische Nachbarn und deren Engagement für Freiheit und Demokratie geworfen. Öffentliche Führungen beginnen jeden Freitag und Samstag 16:30 Uhr sowie am 9. Oktober 13 Uhr. Am 3. Oktober bietet das Museum 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr kombinierte Führungen durch die Ausstellungen „Stasi – Macht und Banalität“ und „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ an.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
Eintritt frei
Führungen kostenpflichtig

Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
Stasi – Macht und Banalität

In der „Runden Ecke“ kann Zeitgeschichte am Originalort erlebt werden: Hier befand sich die Bezirksverwaltung der Staatssicherheit. Am 4. Dezember 1989 besetzten engagierte Bürger das Gebäude. Seit August 1990 informiert die Dauerausstellung in den original erhaltenen Büros derehemaligen Stasi-Offiziere anhand einer Vielzahl von einmaligen Objekten, Fotos und Dokumenten über Geschichte, Struktur und Arbeitsweise der berüchtigten Geheimpolizei der SED. Besucher können im Museum auch mehrsprachige Audio-Guides ausleihen. Öffentliche Führungen beginnen täglich 15 Uhr. Am 3. Oktober werden 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr kombinierte Führungen durch die Ausstellungen „Stasi – Macht und Banalität“ und „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ angeboten.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
Eintritt frei
Führungen kostenpflichtig

Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
Schule in Leipzig in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts

Zwei Diktaturen und ihre Einflüsse auf Leipziger Schulen stehen sich in Ausstellungen gegenüber. Drei historische Brüche 1933, 1945 und 1989 verursachten jeweils neue politische Rahmenbedingungen, Lehrpläne und Erziehungsziele. Welche Prägungen, welche Freund- und Feindbilder, welche Erziehungsmethoden wurden trotz jugendlicher Proteste über mehrere Generationen fortgeführt? Welche Erkenntnisse lassen sich heute daraus gewinnen? Umfangreiche schriftliche Quellen und Zeitzeugenberichte laden ein, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Veranstalter: Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
Eintritt frei

Stadtrundgänge

ganzjährig samstags 14 Uhr
3.10. 11/14 Uhr und 9.10. 11 Uhr
Hauptportal Nikolaikirche

Auf den Spuren der Friedlichen Revolution

Der Rundgang beginnt am Nikolaikirchhof, wo schon im Frühjahr ’89 der Ruf nach Freiheit laut wurde. Von dort führt er über den Augustusplatz zu markanten Punkten der Leipziger Innenstadt, an denen die historische Entwicklung des Jahres 1989 aufgezeigt wird. Die Besucher durch- und erlaufen sich damit die Chronik des Herbstes ’89, erleben, wie sich Leipzig seitdem entwickelt hat und erfahren die Bedeutung der Friedlichen Revolution für den heutigen demokratischen Rechtsstaat.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
Führungen kostenpflichtig