Weitere Veranstaltungen 2018

Montag, 24.9., 19 Uhr
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
Filmpremiere mit Regisseuren: „Honeckers unheimlicher Plan“

Es ist ein unheimlicher Plan für den „Tag X“: Mit einem speziellen Codewort an alle 211 Stasi-Kreisdienststellen wird eine ungeheure Maschinerie in Gang gesetzt. DDR-weit werden innerhalb von 24 Stunden über 2.900 Personen festgenommen und über 10.000 in vorbereitete Isolierungslager verschleppt. Weitere 72.000 Bürger werden verstärkt überwacht. So sah es die streng geheime „Direktive 1/67“ von Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit, vor. Der Plan sollte im Falle von inneren Krisen potenzielle Gegner des Staates sofort durch Verhaftung und Isolierung zum Schweigen bringen. Anhand von Stasi-Dokumenten und Zeitzeugenberichten rekonstruiert der Film dieses gewaltige Planspiel von unfassbarem Ausmaß und erschreckender Präzision. Und er geht der entscheidenden Frage nach, warum dieser Plan im Herbst 1989 nicht zur Anwendung kam. Anlässlich der Uraufführung laden die Regisseure Katharina und Konrad Hermann sowie Protagonist und Gedenkstättenleiter Tobias Hollitzer zum anschließenden Gespräch ein.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Eintritt frei

Dienstag, 25.9., 14 Uhr
Promenaden im Hauptbahnhof Leipzig
Deutsch-arabischsprachige Präsentation „Orte der Friedlichen Revolution“: Ausstellungseröffnung

Anlässlich des Jahrestages der ersten Montagsdemonstration am 25. September 1989 auf dem Leipziger Ring eröffnen Bürgermeister Torsten Bonew, ECE-Center-Manager Thomas Oehme und Tobias Hollitzer, Leiter der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, die zweisprachige Präsentation im Erdgeschoss der Promenaden im Hauptbahnhof. Vor dem Gebäude standen am „Tag der Friedlichen Revolution“, dem 9. Oktober, die Sicherheitskräfte bereit, um den Demonstrationszug aufzulösen. Zu dem Zeitpunkt war noch unklar, ob die Revolution blutig oder friedlich verlaufen würde. Doch angesichts der Übermacht von weit über 70.000 friedlichen Demonstranten mussten sich die bewaffneten Sicherheitskräfte zurückziehen.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Promenaden Hauptbahnhof Leipzig

Eintritt frei

Mittwoch, 26.9., 15 Uhr
Donnerstag,
27.9.,
17 Uhr

Leipziger Innenstadt
Frauen ’89. Ein Geocaching-Rundgang zu Aktivistinnen 1989: Rundgang

Die Geocaching-Tour vermittelt biografische Geschichten von Frauen, die 1989 aktiv waren. Mittels GPS, einem System zur satellitenbasierten Positionsbestimmung, werden einzelne Orte der Leipziger Innenstadt (auf)gesucht, die einen klaren Bezug zu politischen Aktivitäten von Frauen 1989 und 1990 haben: zur Wahl der Kandidatinnen des Unabhängigen Frauenverbandes (UFV) zu den ersten freien Volkskammerwahlen der DDR; zur Beteiligung neugegründeter Initiativen an den Demonstrationen, zur Gründung des Referates „Frauen und Kultur“ im StudentInnenRat (StuRa) der Universität Leipzig und andere mehr. Die Tour dauert ca. 90 Minuten und wird von Christine Rietzke, Mitgründerin der ersten autonomen Frauenzeitschrift in der DDR „Zaunreiterin“ und 1990 Kandidatin des UFV sowie Alex Vogel geleitet. Um Anmeldung unter hallo@frauenkultur-leipzig.de oder Tel. 0341 2130030 wird gebeten.

Veranstalter: Soziokulturelles Zentrum Frauenkultur Leipzig

Teilnahme kostenfrei

Mittwoch, 26.9., 18 Uhr
Deutsche Nationalbibliothek

Die Stasi swingt nicht Gespräch und Lesung Musikjournalist und Autor Siegfried Schmidt-Joos war schon als Teenager mit dem Swing-Virus infiziert und leitete als Student in Halle eine Jazz-Arbeitsgemeinschaft in der FDJ. Nach seiner Flucht aus der DDR 1957 arbeitete er für ein Jazz-Magazin, das von der CIA finanziert wurde. Sein packender Bericht über den Kalten Krieg mit der swingenden Musik sowie über die Rezeption des Jazz in zwei deutschen Diktaturen und in der frühen Bundesrepublik vermittelt erstaunliche Einblicke in die gesellschaftlichen Zustände jener Zeit. Die Veranstaltung wird durch das Trio Just for Swing musikalisch begleitet, es moderiert Detlef A. Ott.

Kartenreservierungen sind möglich auf der Website www.dnb.de/veranstaltungleipzig oder unter Tel. 0341 2271-223.

Veranstalter: Deutsche Nationalbibliothek, Mitteldeutscher Verlag, Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

kostenpflichtig

Dienstag , 2.10., 19 Uhr
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
Die Bedeutung des Aufstandes von Gwangju 1980 für die Demokratisierung Südkoreas bis heute: Film und Gespräch zur Ausstellungseröffnung

Der Aufstand von Gwangju für Freiheit und Demokratie wird heute als Meilenstein der Demokratisierungsbewegung Südkoreas gefeiert. Nach dem Ende der 18-jährigen Militärherrschaft im Oktober 1979 gab es erneut Versuche, eine Militärregierung aufzubauen. Landesweit kam es nun zu Protesten. Doch der Aufstand von Gwangju wurde am 18. Mai 1980 gewaltsam niedergeschlagen. Eine vollständige Aufarbeitung gibt es bis heute nicht. So ist beispielsweise unklar, wer vor nunmehr 38 Jahren den ersten Schießbefehl gab. Hoffnung auf Aufarbeitung gibt es mit dem neuen Präsidenten Südkoreas, Moon Jae-in. Über die Geschehnisse und die Bedeutung des Aufstandes für die Demokratisierung Südkoreas in der Gegenwart spricht Gedenkstättenleiter Tobias Hollitzer mit Han Jung-Hwa und Yann Werner Prell vom Korea Verband e. V. aus Berlin. Zur Einführung in das Thema wird der Dokumentarfilm „Follow Me, You Living Soul – Struggle for the Truth of 18 May“ (OmdtU) gezeigt, in dem sich zahlreiche Zeitzeugen und Hinterbliebene an den Aufstand erinnern.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Korea Verband e. V. (Berlin)

Eintritt frei

Mittwoch bis Montag , 3.10. – 8.10., 19–21:30 Uhr
Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale zwischen Dittrichring und Großer Fleischergasse
Herbstkino am Matthäikirchhof – Ein Projekt des Arbeitskreises „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“: Filmwoche

Beim Herbstkino am Matthäikirchhof werden auf dem Gelände der ehemaligen Leipziger Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Filme gezeigt, die sich mit der SED-Diktatur in der DDR, der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit sowie dem nachfolgenden Transformationsprozess befassen. Das konkrete Programm finden Sie unter www.herbst89.de. Bei schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen im ehemaligen Stasi-Kinosaal statt.

Veranstalter: Arbeitskreis „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ (Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V.; Bürgerkomitee Leipzig e. V., Träger der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“; Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Außenstelle Leipzig; Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig; Stiftung Friedliche Revolution)

Eintritt frei

Donnerstag , 4.10., 18 Uhr
Volkshochschule Leipzig Voll der Osten.
Leben in der DDR: Ausstellungseröffnung

In den 1980er Jahren zog Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte den Alltag, der ihm vor die Linse kam: einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in Kirchen für Frieden und Umweltschutz einsetzten. Die Fotoausstellung, herausgegeben von der OSTKREUZ-Agentur der Fotografen und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SEDDiktatur, lädt zu einer Bilderreise in eine ungeschminkte DDR-Realität ein.

Veranstalter: Volkshochschule Leipzig, Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V.

Eintritt frei

Donnerstag , 4.10., 19 Uhr
Stadtbibliothek
Fall der Mauer – Verfall des Anstands?
Vom biografischen Riss zur gesellschaftlichen Spaltung? Lesung und Gespräch

Ähnlich wie für die Protagonisten in Barbara Handkes Roman „Wo ist Norden‘‘ bedeutete 1989 für die meisten Menschen in Ostdeutschland einen enormen biografischen Einschnitt. Die sich an die Friedliche Revolution anschließenden Erfahrungen des Abschieds, Umbruchs, Machtverlusts und der Transformation bestimmen auch heute das politische Denken und Handeln. Kann jedoch davon gesprochen werden, dass gesellschaftliche Verrohungstendenzen wie Hasskommentare in den sozialen Netzwerken und Schrei-Chöre bei Politikerbesuchen eine Folge jener Erlebnisse oder gar ein Spezifikum Ostdeutschlands sind? Was bedeutet dies für junge Menschen, die gerade in Ostdeutschland aufwachsen? Könnte ein anderer Umgang mit prägenden Erfahrungen aus der Zeit nach 1989 dazu beitragen, wieder konstruktiver miteinander zu diskutieren? Die Podiumsgäste suchen nach Antworten und schlagen dabei Brücken zwischen ihren Erfahrungen aus Wissenschaft, Literatur und Politik. Priv.-Doz. Oliver Decker ist Sprecher des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Universität Leipzig. Barbara Handke ist Lektorin in Leipzig und veröffentlichte 2017 den Roman „Wo ist Norden‘‘. Hassan Soilihi Mzé ist Germanist und Historiker und war bis Juni 2018 Vorsitzender der Leipziger SPD.

Veranstalter: Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen

Eintritt frei

Sonntag , 7.10., 19:30 Uhr
Kupfersaal
Klänge der Hoffnung – Orchesterprojekt im Kupfersaal: Konzert

Zwei Tage vor dem 9. Oktober baut das Projekt „Klänge der Hoffnung“ der Stiftung Friedliche Revolution musikalische Brücken und zeigt exemplarisch, wie ein integratives „Wir“ möglich ist. Es musizieren das Dresdner Ensemble „Paradiesisch Musizieren”, das Ensemble „Klänge der Hoffnung” und Gäste. Auf der Bühne sind u.a. Musikerinnen und Musiker aus Syrien, Iran, Italien, Polen, Bangladesch und Deutschland zu erleben. Begrüßung: Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping.

Veranstalter: Stiftung Friedliche Revolution

Eintritt frei

Montag , 8.10., 18 Uhr
Volkshochschule Leipzig
Das Loch in der Mitte. Soziale Strukturen in Ostdeutschland: Vortrag und Diskussion

Leben wir in einem Staat mit zwei Gesellschaften? Worin unterscheiden sich die neuen Bundesländer von der Altrepublik? Wie entwickelten sich die beiden Teile Deutschlands nach dem II. Weltkrieg? Welche Strukturen haben wir nach 25 Jahren Transformation im Osten? Warum ist die AfD so stark und die SPD so schwach? Ist der Osten eine Mittelschichtsgesellschaft? Der Soziologe Prof. Dr. Michael Hofman geht diesen und weiteren Fragen im Vortrag und anschließend im Gespräch nach. Die Moderation übernimmt Bastian Wierzioch (MDR Kultur).

Veranstalter: Volkshochschule Leipzig

Eintritt frei

täglich ab 10 Uhr , 8.10. –12.10.
Veranstaltungszelt auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz
Wem gehört die Stadt? Endprobenwoche

Im historisch bedeutsamen Zeitraum um den 9. Oktober herum besetzt die AG Soziokultur Leipzig für eine Woche den Wilhelm-Leuschner- Platz und nutzt ihn als Kunstraum. Gemeinsam mit Workshop-Teilnehmern und Passanten wird ein temporäres Zeltdorf errichtet, ein anziehender Ort der Utopie für künstlerische Interaktionen und verschiedene Veranstaltungen. Abschlussperformance am 12. und 13. Oktober (s. S. 37). Kooperationspartner: Ensemble „Klänge der Hoffnung“, Stiftung „Friedliche Revolution“, Labor für Kooperation und Kollision des interaction e. V., Initiative „Bienenland“. Das Projekt wird im Rahmen des Jahres der Demokratie von der Stadt Leipzig gefördert.

Veranstalter: AG Soziokultur Leipzig (Anker, die naTo, die Villa, Frauenkultur, WERK 2, GeyserHaus, Budde-Haus, Mühlstraße e. V., Haus Steinstraße)

Teilnahme frei, um eine Spende wird gebeten

Dienstag, 9.10.,18–24
Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale (Nähe Klinger-Treppe)
Historische Aufnahmen der Montagsdemonstrationen: Projektion

Mit den Rufen „Wir sind das Volk“ und „Keine Gewalt“ haben sich in Leipzig am 9. Oktober 1989 weit mehr als siebzigtausend Menschen dem SED-Regime trotz drohenden Schießbefehls friedlich entgegengestellt. Sie forderten das Ende der SED-Diktatur und wollten stattdessen Freiheit, Bürgerrechte und einen demokratischen Rechtsstaat. Aufgrund der Übermacht der Demonstranten mussten sich die bereitstehenden bewaffneten Sicherheitskräfte zurückziehen. Der Tag wird als Sieg über die SED-Diktatur gefeiert. Historische Originalaufnahmen der entscheidenden Montagsdemonstrationen vom 7. und 9. Oktober 1989 werden an diesem Abend an die Außenfläche hinter der Klinger-Treppe projiziert.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Eintritt frei

Dienstag , ab 9.10., 18–24 Uhr
Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale zwischen Dittrichring und Großer Fleischergasse
„HORCHTURM an der OHRENBURG“: Lichtprojekt

Die Lichtinstallation am Treppenturm des Neubaus der Leipziger Stasi-Zentrale mit seiner ohrenähnlichen Verkleidung erinnert mit dem von weitem sichtbaren blauen Licht an den friedlichen Sturz der SED-Diktatur, die Wiedererlangung von Freiheit und demokratischem Rechtsstaat sowie der Deutschen Einheit. Zentrale Forderungen der Friedlichen Revolution werden an den Fassaden des Gebäudeensembles gezeigt und so die Aktualität für Gegenwart und Zukunft verdeutlicht. Das Projekt wird an den historischen Daten der ab dem Herbst ’89 regelmäßig stattfindenden Monatsdemonstrationen wiederholt, bis zur ersten freien Volkskammerwahl am 18.3.1990.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Eintritt frei

Dienstag , 9.10., 19 Uhr
Museum der bildenden Künste, Zündkerzenhof
Exercises for a Monument: Ausstellungseröffnung

Im Rahmen von „Connect Leipzig“, einer Plattform für junge Künstler, eröffnet Carsten Saeger seine Ausstellung mit einer Gruppenperformance. Eine rohe Tonskulptur wird Teil einer performativen Installation, die sich über die 4-wöchige Ausstellungsdauer verändern soll. Er greift damit die Diskussion um Erinnerungskultur auch zum Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal auf.

Veranstalter: Museum der bildenden Künste

Eintritt frei

Dienstag , 9.10., 20–23 Uhr
BStU – Außenstelle Leipzig
Nacht der offenen Tür

Die BStU-Außenstelle Leipzig in der „Runden Ecke“ lädt die Leipziger Bürgerinnen und Bürger wieder zu einem nächtlichen Rundgang durch das Haus ein. Neben Ausstellungen, Filmen und Musterakten sowie dem Einblick ins Archiv bietet besonders die Archivpräsentation viel Stoff zum Nachdenken: Sie steht in diesem Jahr unter dem Thema „Politische Justiz im Dienst der Partei: Wie der SED-Staat mit Andersdenkenden umging“ und zeigt anhand von Fotos und Aktenauszügen, wie sich die DDR-Justiz instrumentalisieren ließ und welche Rolle der Stasi dabei zukam. Es geht u. a. um Schau- und Geheimprozesse in den 50er-Jahren, um die Todesstrafe und den Häftlingsfreikauf, um Rechtsanwälte im Dienst der Stasi und Rechtshilfeersuchen Ost/West, um die Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Leipzig und die Juristische Hochschule (JHS) des MfS in Potsdam-Eiche. Passend zum Lichtfest wird im großen Saal nonstop der Film „Vom Einläuten der Friedlichen Revolution 1989 in der DDR“ des Bürgerkomitees 15. Januar gezeigt.

Veranstalter: BStU – Außenstelle Leipzig

Eintritt frei

Dienstag , 9.10., 20–23 Uhr
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
Lange Ausstellungsnacht – Zeitgeschichte an Original-Orten

Die „Runde Ecke“ war während der Montagsdemonstrationen 1989 der neuralgische Punkt, an dem immer die Gefahr einer gewaltsamen Eskalation bestand. Um dies zu verhindern, wurden jede Woche tausende Kerzen vor dem Haus und auf den Treppenstufen abgestellt. Im Anschluss an das Lichtfest auf dem Leipziger Augustusplatz sind die original erhaltenen Räumlichkeiten der ehemaligen Bezirksverwaltung der Staatssicherheit geöffnet, so dass sich Besucher die Ausstellungen „Stasi – Macht und Banalität“ und „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ ansehen können.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Eintritt frei

Dienstag, 9.10., 20–23 Uhr
Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
Nacht der offenen Tür

Das Schulmuseum öffnet anlässlich des Lichtfestes seine Türen und lädt zu einer Entdeckungsreise durch die Leipziger Bildungsgeschichte ein. Das Schulmuseum ist ein Ort, an dem erfahren werden kann, wie Schule und Erziehung sein können – unter den Bedingungen des Obrigkeitsstaats, der Diktatur und der demokratischen Öffnung, sei es nach 1918, nach 1989 oder heute. Entdecken Sie an diesem besonderen Abend die Ausstellungen zur Schule in der SED-Diktatur und zum Widerstand von Schülern und Lehrern. Eine Führung durch die Dauerausstellung wird um 21:45 Uhr angeboten.

Veranstalter: Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig

Eintritt frei

Dienstag, 9.10. +16.10. +23.10. +30.10.
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
„Stasi intern“ – Hinter den Kulissen der „Runden Ecke“: Führungen

Das ehemalige Stasi-Areal hinter der „Runden Ecke“ birgt noch heute viele original erhaltene Räumlichkeiten. Bei der Sonderführung „Stasi intern. Rundgang durch die ehemalige Zentrale des MfS“ können diese vom Keller bis zum Boden besichtigt werden. Dazu gehören die verbunkerten Schutzräume im zweiten Kellergeschoss für den Kriegsfall, der Wartebereich der Stasi-eigenen Poliklinik oder die Kegelbahn des MfS. Auch Überbleibsel der einstigen Aktenvernichtung können entdeckt werden. Der Rundgang ist auch für jene interessant, die sich für die anstehende Neugestaltung des Areals interessieren, das zu einem „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ weiterentwickelt werden soll. Der Rundgang beginnt am 9. Oktober nach dem Lichtfest um 21 Uhr sowie an den darauffolgenden drei Dienstagen (16. / 23. / 30.10.) jeweils um 16 Uhr.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

kostenpflichtig

Dienstag , 9.10., 21 Uhr
Zugang zum Citytunnel, Haltestelle Markt (Untergrundmessehaus)
Open-Air-Lesung an Originalschauplätzen der Friedlichen Revolution in Leipzig

Der Autor Peter Wensierski liest an fünf historischen Orten in der Leipziger Innenstadt aus seinem Buch „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“. Spannend aufbereitet wechselt er zwischen Anekdoten und Leseabschnitten. Die Zuhörer bekommen so einen lebendigen Eindruck, mit welchen Umständen die jungen Oppositionellen in der Messestadt zu kämpfen hatten. Diese wohnten Ende der 1980er Jahre gemeinsam in Abrisshäusern, planten in langen Nächten am See ihre nächsten Aktionen, druckten heimlich Flugblätter, feierten in ihrer illegalen Nachtbar bis der Morgen anbrach, und demonstrierten 1989 am Tag in der ersten Reihe. Die Open- Air-Lesung endet an der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, wo die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ besichtigt werden kann. Bei Regen findet die Veranstaltung im ehemaligen Stasi- Kinosaal in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ statt.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Eintritt frei

Dienstag, 9.10., 21:45 Uhr
Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
Führerkult und Klassenkampf: Schule und Politik im 20. Jahrhundert: Führung

Die Führung durch die Dauerausstellung des Schulmuseums beschäftigt sich mit der Frage, welche Rolle Kinder und Jugendliche, Schule und Bildung in den unterschiedlichen politischen Systemen des 20. Jahrhunderts spielten. Darf Schule angesichts dieser Geschichte heute „politisch“ sein?

Veranstalter: Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig

Eintritt frei

Mittwoch, 10.10., 19 Uhr
Budde-Haus – Soziokulturelles Zentrum Leipzig-Gohlis
Leipzig und die Friedliche Revolution – ein moderner Mythos?

Diskussion Der Bürgerrechtler Uwe Schwabe, auf der Liste der am 9. Oktober ’89 zu Verhaftenden auf Platz 1 stehend, im Gespräch mit Reiner Tetzner, Autor des Buches „Leipziger Ring – Aufzeichnungen eines Montagsdemonstranten“, und dem Spiegel-Redakteur Peter Wensierski. Unter anderem geht es um die Frage, wie gelang ein friedlicher Ausgang trotz eines Aufgebotes von 8.000 Sicherheitskräften und gegen den Befehl der SED-Führung in Berlin, die Demo gewaltsam niederzuschlagen.

Veranstalter: FAIRbund e. V., Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie e. V.

Eintritt frei

Freitag , 12.10., 20 Uhr
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Klaus Renft Combo „50 Jahre RENFT akustisch“: Konzert

Die Leipziger Band, gegründet von dem legendären Klaus Renft, gehört bis heute zu den bekanntesten Rockbands der DDR. Vor 60 Jahren gegründet, ist ihre Biografie eng mit der DDR-Geschichte verbunden. Wegen ihrer systemkritischen Texte wurde die Band mehrfach mit Auftrittsverboten belegt und war wiederholt Schikanen durch das SED-Regime ausgesetzt – bis hin zur Nötigung zur Ausreise in die Bundesrepublik. Nach dem Mauerfall fanden sich ehemalige Mitglieder erneut zusammen. Derzeit ist Gründungsmitglied und Leadsänger Thomas „Monster“ Schoppe mit Delle Kriese (Schlagzeug), Marcus „Basskran“ Schloussen (Bass) und Gisbert „Pitti“ Piatkowski (Gitarre) mit dem Programm „50 Jahre Renft akustisch“ auf Jubiläumstournee.

Veranstalter: Zeitgeschichtliches Forum Leipzig 

Eintritt frei

Freitag + Samstag, 12.10. +13.10., jeweils 19 Uh
Foyer Stadtbibliothek
Wem gehört die Stadt? Abschlussperformance

Nachdem die ca. 70 Teilnehmer aus den Projekt- Workshops eine Woche auf dem Wilhelm- Leuschner-Platz geprobt haben, präsentieren sie ihre künstlerischen Visionen und Wünsche zur Nutzung von öffentlichen Räumen. Das Zentrum der Performance ist das große Veranstaltungszelt in der Mitte des Platzes – von dort aus werden die Zuschauer die größte innerstädtische Brache Leipzigs erleben, wiesie sie noch nie gesehen haben: mit Theater, Musik, Video- und Objektkunst.

Kooperationspartner: Ensemble „Klänge der Hoffnung“, Stiftung „Friedliche Revolution“. Das Projekt „Wem gehört die Stadt?“ im Rahmen des Jahres der Demokratie wird gefördert von der Stadt Leipzig

Veranstalter: AG Soziokultur Leipzig (Anker, die naTo, die Villa, Frauenkultur, WERK 2, GeyserHaus, Budde-Haus, Mühlstraße e. V., Haus Steinstraße)

Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten

Montag , 15.10., 19 Uhr
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
„Südkorea am Scheideweg“: Film und Gespräch mit Zeitzeugen

Ein Kameramann leistete einen besonderen Beitrag zur Aufarbeitung der blutigen Niederschlagung des friedlichen Aufstandes von Gwangju im Jahr 1980. Die Bevölkerung protestierte für Freiheit und Demokratie; sie wollte verhindern, dass sich nach dem Ende einer 18-jährigen Militärherrschaft in Südkorea erneut eine Militärregierung an die Macht putschte. Es kam zu Ermordungen und Verhaftungen. Unter Lebensgefahr machte der Kameramann Jürgen Hinzpeter 1980 Filmaufnahmen von dem Massaker. Es waren die ersten Bilder und Berichte, die offenbarten, wie grausam der Aufstand niedergeschlagen wurde, und ohne die die Wahrheit nicht ans Licht gekommen wäre. Der damalige ARD-Korrespondent in Tokyo und enge Freund Hinzpeters, Jürgen Bertram, brachte das Filmmaterial im gleichen Jahr als Dokumentation „Südkorea am Scheideweg“ (60 min) ins deutsche Fernsehen. Im Anschluss an den Film berichtet Jürgen Bertram unter Moderation von Reinhard Bohse vom Bürgerkomitee Leipzig e. V. im ehemaligen Stasi-Kinosaal über die damaligen Ereignisse.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Korea Verband e.V. (Berlin)

Eintritt frei

Donnerstag + Freitag, 18.10. +19.10.
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
1918–2018: Demokratie und Bildung – Anspruch und Wirklichkeit
XXII. Theodor-Litt-Symposium

Am 9. November 2018 jährt sich die Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann zum 100. Mal. Die Beschäftigung mit der Weimarer Republik ist nicht nur unter politikgeschichtlichen, sondern auch unter kultur- und bildungspolitischen Aspekten von Bedeutung. Aus den Erfahrungen mit dem Scheitern der Weimarer Republik erwächst für die Bundesrepublik eine besondere Verantwortung, unsere Demokratie im Bewusstsein der Bevölkerung zu festigen und weiterzuentwickeln. Demokratieerziehung und -bildung kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu.

Um Anmeldung wird gebeten an Dr. Heike Tuchscheerer, Leiterin der Abteilung Politik und Geschichte der Deutschen Gesellschaft e. V., E-Mail: heike.tuchscheerer(at)deutsche-gesellschaft-ev.de. Die Veranstaltung wird mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien realisiert.

Veranstalter: Deutsche Gesellschaft e. V., Theodor-Litt-Gesellschaft e. V., Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig, Bildungswerk Sachsen der Deutschen Gesellschaft e. V., Zeitgeschichtliches Forum Leipzig und Sächsische Landeszentrale für politische Bildung

Eintritt frei

Freitag + Samstag , 19.10. +20.10.
Volkshochschule Leipzig und Haus der Demokratie
BürgerrechtsAkademie Leipzig. Die Zivilcourage des Einzelnen und das allgemeine Demonstrationsrecht: Seminar

Im März 2018, dem Jahr der Demokratie in Leipzig, hat die Volkshochschule Leipzig die BürgerrechtsAkademie Leipzig gegründet. Die Akademie ist offen für alle Leipzigerinnen und Leipziger. Hier können Sie Ihr Grundrechtswissen spannend, außergewöhnlich und praxisnah vertiefen. Demokratie und Werte werden erlebbar. Es wird eingeladen zum Erfahrungsaustausch mit Bürgerrechtlern, rechtskundigen Bürgern, Mitarbeitenden der Verwaltung und Aktivisten des zivilen Ungehorsams.

Anmeldungen werden entgegengenommen unter Tel.: 0341 123-6000 oder per E-Mail an vhs@leipzig.de Programm: 19.10., 17–20 Uhr, Volkshochschule: Warming up, Kennenlernen, Diskussion der Thesen, Denkanstöße und Diskussion 20.10., 10–13 Uhr, Haus der Demokratie: Vorstellung des Archivs Bürgerbewegung, Arbeit in Workshops

Veranstalter: Volkshochschule Leipzig

Eintritt frei

Montag , 22.10., 09–10:30 Uhr
Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
Sascha Lange „Behind the Wall“. Depeche Mode-Fankultur in der DDR: Lesung und Diskussion für Schülerinnen und Schüler

„Behind the Wall“ erzählt die Geschichte einer besonderen Fankultur in den 1980ern – hinter der Mauer, in der DDR. Unveröffentlichte Fotos und Dokumente wurden gesichtet und mit zahlreichen Fans, Konzertveranstaltern, Fanclub-Betreibern und anderen Zeitzeugen gesprochen. Entstanden ist ein bislang unbe-kannter Einblick in das Innere einer Jugendkultur und das Alltagsleben in der späten DDR. Veranstaltung für Schulklassen ab Klasse 8. Um Anmeldung wird gebeten an schulmuseum@leipzig.de, Tel. 0341 123-1144.

Veranstalter: Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig

Eintritt frei

Montag , 22.10., 11–12:30 Uhr
Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
Caritas Führer „Die Montagsangst“: Lesung und Diskussion für Schülerinnen und Schüler

Caritas Führer schildert den Schulalltag in der DDR aus der Sicht eines Mädchens, das sich gegen die Vereinnahmung von Kindern und Jugendlichen durch den Staat zu entziehen versucht und beschreibt auf bewegende Weise die Angst, die nicht nur dieses Mädchen gespürt hat. Anschaulich treten wesentliche Elemente der Schule im Sozialismus hervor: Jugendorganisationen, Fahnenappell, Militarisierung des Unterrichts und die klare Unterscheidung zwischen Freund und Feind. Veranstaltung für Schulklassen ab Klasse 6.

Um Anmeldung wird gebeten an schulmuseum@leipzig.de, Tel. 0341 123-1144.

Veranstalter: Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig

Eintritt frei

Dienstag, 23.10., 19–20:45 Uhr
Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
Nieder mit Hitler! oder Warum Karl kein Radfahrer sein wollte. Widerständiges Leben in zwei deutschen Diktaturen: Buchvorstellung / Comic-Lesung

Das Graphic Novel-Projekt „Nieder mit Hitler“ kreist um die kleine Weiße Rose von Thüringen: Im Mittelpunkt steht Karl, anfangs ein ganz normaler sport- und HJ-begeisterter Junge. Doch dann passiert etwas, das ihn umdenken lässt. Die Geschichte handelt vom mutigen Einsatz des Schülers und seiner Freunde gegen den Nationalsozialismus, von der anschließenden Gefängnishaft und dem Leben danach in der DDR. Der rote Faden besteht in der doppelten Diktaturerfahrung des Protagonisten und verleiht der Graphic Novel einen besonderen erzählerischen Reiz. Gezeichnet wurde sie von dem Berliner Comic-Künstler Hamed Eshrat. Autor der Texte ist Jochen Voit, Leiter der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Erfurt. Finalist des Comicbuchpreises der Berthold Leibinger Stiftung 2018.

Veranstalter: Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig in Kooperation mit dem avant-Verlag Berlin

Eintritt frei

Mittwoch , 24.10., 18:30 Uhr
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
„Lob der Revolution: Die Geburt der deutschen Demokratie“: Buchvorstellung mit Diskussion

Die fast vergessene Revolution von 1918 bot die Chance für eine echte Demokratie mit hochmoderner Verfassung und freien Wahlen. Eindrucksvoll schildern die Historiker und Journalisten Lars-Broder Keil und Sven Felix Kellerhoff die Suche der deutschen Gesellschaft nach politischer Ordnung nach dem Ersten Weltkrieg und lassen diese an konkreten Schauplätzen lebendig werden.

Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Weimarer Republik e. V.

Eintritt frei

Donnerstag, 25.10., 09–10:30 Uhr
Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
Die Schule und der Weg in die Opposition in der späten DDR:
Zeitzeugengespräch für Schülerinnen und Schüler mit Gesine Oltmanns

Welche prägende Wirkung hatte die DDR-Schule auf den Weg einer Jugendlichen in die Leipziger Opposition der 1980er Jahre? Darum kreist das Zeitzeugengespräch für Schülerinnen und Schüler, das dazu einlädt, die Welt der Diktatur aber auch Ziele und Formen des Widerstands kennenzulernen, an dessen Ende die Friedliche Revolution im Herbst 1989 stand. Veranstaltung für Schulklassen ab Klasse 8.

Um Anmeldung wird gebeten an schulmuseum@leipzig.de, Tel. 0341 123-1144

Veranstalter: Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig

Eintritt frei