Programm 9. Oktober 2020

Stadtrundgang "Auf den Spuren der Friedlichen Revolution"

11.00 Uhr | 16.30 Uhr | Nikolaikirche

Während des ganzen Jahres 1989 hielten eine Vielzahl öffentlicher Aktionen von Bürgerrechtsgruppen, wie die Demonstration für Meinungs- und Pressefreiheit im Januar, der Pleißepilgerweg und das Straßenmusikfestival im Juni oder die entscheidende Massendemonstration am 9. Oktober, die SED und vor allem die Staatssicherheit in Atem.

Der Stadtrundgang "Auf den Spuren der Friedlichen Revolution" erinnert an markanten Punkten der Leipziger Innenstadt an die historische Entwicklung des Jahres 1989. Zeitgeschichte wird am Ort des Geschehens erzählt und damit für die Besucher der Stadt Leipzig lebendig und nachvollziehbar.

Der Stadtrundgang führt Sie unter anderem zum Nikolaikirchhof, wo schon im Frühjahr '89 der Ruf nach Freiheit laut wurde, zum Augustusplatz, auf dem im Herbst Massenkundgebungen stattfanden, und am Leipziger Ring entlang, der Marschroute der Demonstrationen. Sie erleben während der Stadtführung auch, wie sich Leipzig seit 1989 entwickelt hat.

 

 

Friedensgebet

17.00 Uhr | Nikolaikirche | Teilnahme nur mit Einladung

Das Friedensgebet thematisiert enttäuschte Erwartungen an die deutsche Einheit. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wird der Zweifel an der Einigkeit, dem Recht und der Freiheit vielerorts unter Protest auf die Straße getragen. Wir aber werden Beispiele gelebten Engagements hören, die ermutigen und erkennen lassen, dass die Lage bei Weitem gar nicht so hoffnungslos ist.

Predigt: Dr. Roland Löffler, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Musik: Posaunenchor der Kirchgemeinde St. Nikolai

 

 

Rede zur Demokratie

18.15 Uhr | Nikolaikirche | Teilnahme nur mit Einladung

Der polnische Intellektuelle, Journalist, Politikwissenschaftler, Essayist und Leiter des Solidarnos´c´-Zentrums in Danzig, Basil Kerski hält die diesjährige Rede zur Demokratie. Die 2001 begonnene Veranstaltungsreihe gehört zu den Höhepunkten am „Tag der Freiheit“ in Leipzig. Neben Vertretern der bundesdeutschen Verfassungsorgane sprachen in der Vergangenheit vor allem Persönlichkeiten in der Nikolaikirche, die sich um die Demokratie in Europa verdient gemacht haben.

 

 

Lichtfest

19.00 Uhr | Nikolaikirchhof | Teilnahme nur mit Einladung

Im Mittelpunkt des Erinnerns stehen dieses Jahr die Kerzen, die den gesamten Nikolaikirchhof umgeben. Die traditionelle „Kerzen ’89“ bildet das Zentrum. Dort richten Oberbürgermeister Burkhard Jung, der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, der Leipziger Bürgerrechtler Uwe Schwabe sowie Marco Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung, kurze Grußworte an die Leipzigerinnen und Leipziger. Mehrere Posaunenchöre aus Leipzig und das Ensemble Nobiles setzen den musikalischen Rahmen.

 

Ein Zeichen setzen – Zu Hause

Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, zu Hause ebenfalls Windlichter in den Fenstern zu platzieren und auf diese Weise das Licht des Nikolaikirchhofs hinaus in die Stadtteile zu verlängern. Ergänzend gib es eine Papiervorlage mit der „89“ zum kostenlosen Download auf www.lichtfest.leipziger-freiheit.de. Fotos und Videos können mit dem Hashtag #lichtfestzuhause gepostet werden.

 

Kerzenpate werden

Alle Leipziger können im Vorfeld des Lichtfestes Kerzenpate werden, indem sie zum Preis von 1 Euro symbolisch ein Teelicht für die Gestaltung der „Kerzen ’89“ erwerben. Diese Kerzen werden am Abend des 9. Oktober auf dem Nikolaikirchhof das Kerzenpodest in Form einer 89 zum Leuchten bringen. Beteiligung über www.leetchi.com/c/lichtfest Spendenboxen gib es zudem in der Touristinformation, Katharinenstraße 8 und in der Nikolaikirche. Der Erlös aus der Kerzenpatenaktion geht zu gleichen Teilen an „Clowns & Clowns e.V.“ und „Leipziger Klinikclowns“. Die Vereine engagieren sich in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Neben dem Spiel für kranke Kinder liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Arbeit mit älteren Menschen.

 

 

Nacht der offenen Tür

19.00 bis 23.00 Uhr

Im ehemaligen Sitz der Stasi-Bezirksverwaltung Leipzig, einem maßgeblichen Schauplatz der Montagsdemonstrationen 1989, informieren die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ und das Stasi-Unterlagen-Archiv am 9. Oktober von 19 bis 23 Uhr über das Wirken der DDRGeheimpolizei als „Schild und Schwert“ der SED-Diktatur. Am authentischen Ort können vielfältige Angebote wie Ausstellungen, Musterakten, Filme und Multimediapräsentationen genutzt werden. Ebenfalls im Gebäude des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR am Goerdelerring lädt am 9. Oktober von 19 bis 23 Uhr das Schulmuseum zur Entdeckungsreise durch die Leipziger Bildungsgeschichte ein. Gäste erfahren, wie Schule und Erziehung sein können – unter den Bedingungen des Obrigkeitsstaats, der Diktatur und der demokratischen Öffnung – sei es nach 1918, nach 1989 oder heute.